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Wallfahrt Kleinenberg
Wallfahrt Kleinenberg
Wallfahrt Kleinenberg
Wallfahrt Kleinenberg
Wallfahrt Kleinenberg
Wallfahrt Kleinenberg

Barocke Kunst und mittelalterliche Legenden: die Wallfahrtsanlage Kleinenberg in Lichtenau

Kleinenberg liegt am Westrand des Eggegebirges. Der von Feldern und Wiesen umgebene Ort gehört zur ostwestfälischen Stadt Lichtenau und ist einer der ältesten Marienwallfahrtsorte in Westfalen. Schon im Mittelalter pilgerten gläubige Christen zu der Stelle, an der einst ein Schäfer eine Madonnenstatue entdeckt haben soll. Seither wird im Ort eine Figur der Gottesmutter verehrt – dabei soll es sich um die Statue aus der Legende handeln. Bei Ihrem Besuch können Sie diese Marienfigur in einer prächtig geschmückten, barocken Wallfahrtskirche besichtigen. Anschließend können Sie auf einer Lindenallee an 14 Kreuzwegstationen entlang bis zu einer steinernen Kreuzigungsgruppe laufen oder den nahen Marienbrunnen besuchen.

Wann genau die Marienwallfahrt in Kleinenberg begann, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Kunsthistoriker vermuten, dass die ersten gläubigen Christen zwischen 1100 und 1450 hierher pilgerten. Der Grund für diese Annahme: Die Madonnenstatue wurde wahrscheinlich zu dieser Zeit, also während der Gotik, angefertigt. Schon im Mittelalter wurden ihr zu Ehren in Kleinenberg mehrere Wallfahrtskapellen errichtet. 

Besonderheiten:

  • barocke Wallfahrtskirche mit gotischer Madonnenstatue
  • Kreuzweg und Kalvarienberg
  • Brunnenkapelle und Lourdesgrotte mit weiteren Marienfiguren

Barockkirche und Kreuzweg

Seit dem 18. Jahrhundert wird die Kleinenberger Marienfigur „Helferin vom kleinen Berge“ genannt. Damals entstand in der Nähe des Fundorts eine beeindruckende, barocke Wallfahrtsstätte: die Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“, die 1742 und in den Folgejahren nach den Plänen des Paderborner Baumeisters Franz Christoph Nagel erbaut wurde. Fast gleichzeitig wurde westlich der Kirche ein Prozessionsweg mit 14 Kreuzwegstationen angelegt. Einige der ältesten Bildstöcke, die an den schneckenförmigen Schmuckelementen zu erkennen sind, stammen noch aus der Entstehungszeit der Anlage. Die im Vergleich schlichteren Kreuzwegstationen kamen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinzu. 

Wallfahrt Kleinenberg

Auf der Lindenallee zum Kalvarienberg

Seit 1771 wird der Kreuzweg von Linden gesäumt. Die Bäume sollten die Bildstöcke betonen und den Gläubigen im Sommer Schatten spenden. Inzwischen mussten viele der Linden gefällt werden und wurden nach und nach durch neue Bäume ersetzt.
Am Ende des leicht ansteigenden, etwa 350 Meter langen Prozessionsweges gelangen Sie auch zum so genannten Kalvarienberg. An diesem dritten Teil der barocken Wallfahrtsstätte erinnern nahezu lebensgroße Steinfiguren an die Kreuzigung Christi. Diese Kreuzigungsgruppe ist halbkreisförmig in einer Nische aufgestellt, die von einer Baumgruppe umschlossen wird. 

Brunnenkapelle und Lourdesgrotte

Von der Wallfahrtsanlage aus können Sie zu einem weiteren Andachtsort weiterlaufen: dem Marienbrunnen. Der Legende nach wurde an der Quelle, die Marienfigur gefunden, mit der die Wallfahrtsgeschichte ihren Anfang nahm. Um den Brunnen zu erreichen, laufen Sie einfach von der Kreuzigungsgruppe aus zur Hauptstraße, überqueren Sie diese und laufen weiter auf einer Allee, die links am Friedhof vorbeiführt und kurz darauf den Marienweg kreuzt. Überqueren Sie auch den Marienweg und laufen auf der Allee weiter an einem Waldstück entlang. Nach ungefähr 350 Metern erreichen Sie den Marienbrunnen. 
Das achteckige Mauerwerk fasst hier seit Ende des 19. Jahrhunderts die jahrhundertealte Quelle ein. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung zugeschrieben. Weil es zum Beispiel Augenleiden lindern soll, ist das „Mutter-Gottes-Wasser“ seit den 1930er-Jahren auch als „Augenwasser“ bekannt. 
Neben dem Brunnen wurde 1898 eine quadratische, vier mal vier Meter große Brunnenkapelle errichtet, in der eine Statue nach dem Vorbild der Lourdes-Madonna aufgestellt wurde. 1914 wurde der Andachtsort durch eine künstlich angelegte Lourdesgrotte ergänzt. Dafür ließ der damalige Pfarrer den tiefroten Gault-Sandstein des Eichenbergs einschneiden, der über dem Brunnen liegt. Die Lourdes-Madonna wurde danach aus der Kirche in diese Nische umgesetzt. In der Kapelle können Sie seither statt der Lourdes-Statue eine so genannte Pietà bewundern, eine Figur der Maria, die ihren toten Sohn in den Armen hält. 

Anfahrt

Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung
Pfarrer-Leifferen-Straße 2
33165 Lichtenau-Kleinenberg

Tel.: 05647 221
Fax: 05647 9456723
wallfahrt-kleinenberg.de

Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung

Öffnungszeiten

ganzjährig zugänglich
Die Wallfahrtskirche ist während der Wallfahrtszeit (01.05. – 31.10.) täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Hauptwallfahrtsfeste sind zu Mariä Heimsuchung am 2. Juli und zu Mariä Geburt am 8. September.