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Querforen der Ruhr-Universität Bochum

Fachführung durch ein Gartendenkmal: Gartenkunst an der Ruhr-Universität Bochum

Grüne Zukunft an der Ruhr-Universität in Bochum

Die Querforen, das Herzstück der Ruhr-Universität Bochum, werden neu gedacht. Erfahren Sie bei unserer Fachführung, wie mit einem nachhaltigen Konzept, das historische Pläne, Klimawandel und Naturschutz verbindet, die Freiflächen gestaltet werden.

Fachführung: Gehölzentwicklungskonzept an der Ruhr-Universität in Bochum

Datum: Samstag, 13. Juni 2026
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Treffpunkt: vor der Gaststätte Q-West im Querforum West
Referenten: Dipl.-Ing. Rainer Steinmeier sowie Julian Nübold, zuständig für die Gehölzpflege
Gebühren: kostenfrei

Ein Konzept für die Gehölzentwicklung in den Freiflächen

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) in Querenburg ist nicht nur das größte Denkmal Nordrhein-Westfalens, sondern stellt auch bei der Erhaltung ihrer einzigartigen Architektur und Freiflächen eine besondere Herausforderung dar. Die denkmalgerechte Sicherung der Gebäude und der dazugehörigen Freianlagen, die zu den ersten großflächigen Universitätsneubauten der jungen Bundesrepublik gehören, muss mit den Anforderungen eines modernen Lehrbetriebs und den nötigen baulichen Instandsetzungsmaßnahmen in Einklang gebracht werden.

Die Geschichte und Vision der Freianlagen

Ein Großteil der Freianlagen der RUB wurde in den frühen 1970er Jahren vom bekannten Landschaftsarchitekten Georg Penker (1926-2023) aus Neuss entworfen. Penker verfolgte mit seiner Gestaltung die Vision, dem monumentalen Bauvolumen der Universität eine naturnahe Atmosphäre zu verleihen, die sich an den Landschaftsbildern der Region orientiert. Ein zentrales Anliegen war ihm dabei der bewusste Einsatz heimischer Bäume und Sträucher. Besonders die beiden Querforen – die großen, geometrisch angelegten Freiflächen im Herzen des Universitätsgeländes – bildeten das Herzstück seiner grünen Gestaltung. Diese offenen, großzügigen Flächen sollten den Studierenden und Besuchern als Erholungsorte dienen und gleichzeitig die Verbindung zur Natur stärken.

Veränderungen im Laufe der Zeit

Im Laufe der Jahre haben sich jedoch viele der ursprünglichen Vegetationsstrukturen verändert oder sind verschwunden. Besonders nach 2010 wurden zahlreiche Ersatzpflanzungen im Rahmen von Baumaßnahmen nach den Vorschriften des Naturschutzgesetzes vorgenommen. Diese neuen Pflanzungen entsprechen jedoch nicht immer dem ursprünglichen Konzept Penkers, was zu einer Verfremdung der historischen Gartengestaltung geführt hat.

Ein nachhaltiger Weg zur Erhaltung

Aus diesem Grund wurde ein fundiertes Konzept entwickelt, um die Gehölzbestände in den Querforen denkmalgerecht zu erhalten und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die ursprüngliche Gestaltung Penkers zu bewahren und gleichzeitig auf die Herausforderungen des Klimawandels und den aktuellen Naturschutzbedarf einzugehen.

In den Jahren 2023 bis 2025 hat der Landschaftsarchitekt Rainer Steinmeier aus Recklinghausen in enger Abstimmung mit der amtlichen Denkmalpflege, der RUB als Nutzerin und dem BLB Dortmund als Eigentümerin das fachliche Konzept erarbeitet. Eine gründliche Bestandserfassung sowie die Analyse und Auswertung historischer Pläne bildeten die Grundlage für die geplanten Maßnahmen. Dabei wurden auch die Auswirkungen des Klimawandels und die Bedürfnisse des Naturschutzes berücksichtigt.

Blick in die Zukunft – Geplante Maßnahmen und Pflege

In den kommenden Jahren wird das Entwicklungskonzept umgesetzt. Es wird dafür gesorgt, dass der historische Pflanzenbestand in den Querforen erhalten bleibt und gleichzeitig angepasst wird, um den heutigen Anforderungen zu entsprechen. Die Pflege und Weiterentwicklung der Gehölze umfasst sowohl den Erhalt der vorhandenen Bestände als auch die Integration von neuen, klimafesten Pflanzenarten.

Fachleute wie Julian Nübold, der für die Gehölzpflege zuständig ist, werden die Besucher der RUB durch die Querforen führen und die geplanten Arbeiten sowie deren Ziele ausführlich erläutern. Ziel ist es, die grünen Freiflächen für die Zukunft zu sichern und gleichzeitig den ursprünglichen Charakter Penkers zu bewahren.

Fazit – Wie moderne Campusgestaltung gelingt

Das Gehölzentwicklungskonzept der Ruhr-Universität Bochum stellt sicher, dass die historischen Freianlagen der Universität auch in Zukunft ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Natur und Architektur bieten. Durch die bewusste Pflege und Weiterentwicklung der Gehölze wird nicht nur der historische Wert der Gartenkunst bewahrt, sondern auch ein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz und Naturschutz geleistet. So bleibt die Gartenkunst der RUB nicht nur ein bedeutendes kulturelles Erbe, sondern auch ein lebendiger Teil der modernen Campusgestaltung.

Anfahrt

Querforen der Ruhr-Universität Bochum
M-Südstraße/Q-West
(Treffpunkt: vor der Gaststätte Q-West im Querforum West)
44801 Bochum
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Kontakt für Besucher:innen:

Dipl.-Ing. Rainer Steinmeier
info@oebvs.de
Tel.: 02361-9080404

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