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Schlosspark Hovestadt in Lippetal

Die einzige historische Quelle zum Schlosspark Hovestadt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Nach diesem „Situationsplan mit Gärten“ wurde der verwilderte Park in den 1990er-Jahren wieder instand gesetzt. Die verschiedenen Gärten rund um das Schloss Hovestadt können Besucher seit 1997 erkunden.

Beim Spaziergang durch die geometrisch geplanten Gärten gelangen Besucher immer wieder ans Wasser, denn das Renaissance-Schloss steht am Ufer der Lippe und ist von mehreren Gräften umgeben. Einer dieser Wassergräben umspannt die gesamte Schlossanlage, die Besucher über eine Zugbrücke betreten. Auf einer Insel erhebt sich Schloss Hovestadt. Als Landesburg der Kölner Erzbischöfe ist es seit Mitte des 13. Jahrhunderts ein wichtiger Stützpunkt zwischen Münster und Kurköln gewesen.

Mehrfach wurde das Schloss zerstört und von 1563 bis 1572 als Renaissancebau neu errichtet, der erhalten geblieben ist. Der Nord- und Ostflügel sowie ein dreigeschossiger Pavillonturm mit geschwungener Haube bilden Schloss Hovestadt. Auffällig ist die geschmückte Fassade, die der Baumeister Laurenz von Brauchum aus vorgesetzten Ziegeln im abgewandelten Florisstil gestaltete.

Seit 1733 ist das Schloss der Sitz der Familie von Plettenberg. Die Grafen ließen die Vorburg mit vier langgezogenen Wirtschaftsgebäuden ergänzen. Diese flankieren die Achse zwischen den Torhäusern und dem Schloss, zudem sind eine Orangerie und die Schlosskapelle in die Bauten integriert. Die schnurgerade Zufahrt zum Schloss wird durch eine Allee aus Rosskastanien betont und in der Mitte von einer Achse zerschnitten, die nach Osten verläuft.

Dort liegen die Gärten von Schloss Hovestadt, die Besucher in die spätbarocke Zeit des westfälischen Landadels entführen. Damals waren die Gärten dem Vergnügen der Besitzer vorbehalten und erfüllten kaum repräsentative Zwecke. Sie wurden um 1733 durch die Familie von Plettenberg nach französischem Vorbild in geometrischen Formen angelegt. Der Architekt und Landbaumeister Clemens August von Vagedes plante die spätbarocken Gärten mit weiteren Arealen rund um das Schloss zu ergänzen, doch er starb vor dem Beginn der Arbeiten, so dass seine Entwürfe nie ausgeführt wurden.

Der Schlosspark präsentiert sich heute mit der Garteninsel, einem Heckentheater aus Hainbuchen, einem Boskett mit Baumsaal, dem Sternbusch und einem ehemaligen Nutzgarten. Der Garten auf der Schlossinsel wird privat von der gräflichen Familie genutzt und ist deshalb nicht für Besucher zugänglich.

Eine weiße Holzbrücke führt auf die fast quadratische Garteninsel östlich des Schlosses. Diese ist heute mit vielen Bäumen bewachsen und entlang der Ufer verläuft ein Rundweg, der reizvollen Blicke auf das Schloss und die Landschaft bietet. Zwei kleine Sitzplätze laden die Besucher zum Ausruhen und Genießen ein. In der Mitte der Garteninsel liegt eine große, abgesenkte Fläche. Ob es sich um einen ehemaligen Weiher oder um einen Rasen für Ballspiele, ein sogenanntes Boulingrin, handelte, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Der Sternbusch schließt sich weiter im Osten an. Von einem zentralen Platz gehen acht Wege aus, die mit hohen Hecken umfasst sind. Über eine der Achsen erreichen Besucher das Boskett. In dem Waldstück liegen ein runder Baumsaal, den sechs mächtige Linden markieren, und das historische Heckentheater – eine Rarität in Westfalen. Es wird durch eine doppelreihige Hecke aus geschnittenen Hainbuchen gebildet. Im Scheitel des halbmondförmigen Areals befindet sich die sogenannte Bühne.

Auch der ehemalige Nutzgarten ist von Hecken umgeben und wird heute als Weide und zur Kultivierung von Nadelgehölzen genutzt. Die vielen raumbildenden Hecken und Bäume aus dem 19. Jahrhundert wurden erhalten, obwohl sie nicht dem puristischen Barockstil entsprechen, den der Situationsplan mit Gärten zeigt. So wirft sich der Schlosspark Hovestadt vom ersten Austreiben der Blätter bis zum Herbst in ein intensives, grünes Kleid.

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