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Internationaler Garten am Theodor-Heuss-Park

Im Lippstädter Südwesten lebt es sich multikulturell, denn viele Bürger mit internationaler Herkunft haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Zwischen den Hochhäusern wurde Mitte der 1990er Jahre das Stadtteilzentrum TAP gegründet. Der „Treff am Park“ liegt am Rande des Theodor-Heuss-Parks, einer öffentlichen Grünanlage der Stadt Lippstadt.
Im TAP treffen sich vorwiegend Kinder und Jugendliche zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Darüber hinaus begegnen sich hier Menschen unterschiedlicher Kulturen, Alters- und Interessengruppen. Neben der Krabbelgruppe, dem Gesangverein und anderen Angeboten gibt es beispielsweise auch ein kleines Tonstudio.

2007 entstand die Idee, einen Mehrgenerationengarten anzulegen. Der Garten sollte ein Begegnungsort unter freiem Himmel werden, wo man sich an schönen Tagen draußen treffen und unterhalten kann. Die Bewohner des Stadtteils sollten sich zusammentun, jeder  seine Erfahrung, sein Wissen und nicht zuletzt  seine Muskelkraft mit einbringen. Das gemeinsame Planen, Graben, Harken und Pflanzen sollte die Menschen zueinander führen und mit ihrem Stadtteil verbinden. Mit dem persönlichen Engagement der Träger des TAPs, des Sozialarbeiters Dr. Pietro Basile und mit der Hilfe vieler Ehrenamtlicher wurde das ehrgeizige Projekt dann auf 5.000 Quadratmetern angegangen – trotz anfänglicher Bedenken einiger Kritiker, ein offener Garten lasse sich in einem sozialen Brennpunkt nicht realisieren. Die Initiatoren sollten aber Recht behalten – der Garten ist allseits akzeptiert und anerkannt. Vor allem die Bewohner, die selbst Hand angelegt haben, wissen den Garten zu schätzen. Aber auch Besucher sind immer willkommen, um sich über Gartentipps, Pflanzenwachstum oder ganz andere Themen auszutauschen.

Um einen Weg in Hufeisenform - das Hufeisen soll dem Haus und den Menschen Glück bringen - sind die einzelnen Parzellen angelegt. Gärtnern ohne Grenzen wird dabei wortwörtlich genommen, denn Zäune oder Hecken sucht man vergebens. Das Besondere am Gartenprojekt: Hier kann man mit wenigen Schritten Pflanzen und Gartenkunst des gesamten Globus erreichen. Der türkische Garten liegt neben dem deutschen, die Blumenranken aus dem indischen Garten schlingen sich um Pflanzen aus dem russischen Garten und die Gurken des griechischen Beets wachsen in Richtung des syrischen Gartens, der von zwei kurdischen Familien gepflegt wird. Katholiken, Protestanten, Griechisch Orthodoxe, Russisch Orthodoxe, Muslime und Hindus leben und gärtnern hier harmonisch miteinander.

Überall wachsen und gedeihen Blumen und Gemüse der verschiedenen Länder. Augenzwinkernd stellt der gebürtige Italiener Pietro Basile bei einer kleinen Führung die Frage, welcher wohl der ordentlichste unter den Gärten sei und auch der einzige, in dem Kartoffeln angebaut würden und gibt schmunzelnd die Antwort: „Der deutsche Garten natürlich.“ Auch die benachbarten zwei Kindergärten haben ihre Beete, die ganz in der Nähe des farbenfrohen Gießkannenbaumes liegen. Die Kinder kommen gerne zum Gärtnern, Spielen oder zum Verzehr der Pizza, die sie gemeinsam mit Pietro Basile in dem eigens dazu errichteten Holzbackofen zubereitet haben. Der Steinofen ist mittlerweile zum Herzstück des Gartenprojektes geworden. Wenn der Duft von frischgebackenem Brot über dem Garten und dem TAP liegt, dann wissen alle, dass die  Frauen aus der Nachbarschaft ihre landestypischen Brote backen.

Den Weg entlang der Nutzgärten begleitet ein Hochbeet aus Natursteinen, in dem Monatserdbeeren und Kräuter wachsen, die mehrsprachig beschildert sind und von jedem gekostet werden dürfen. Aus der Zitronenmelisse wird für alle die „TAP-Limonade“ hergestellt, und von den Beerensträuchern darf man gerne naschen. Die Steine für die Mauer wurden, wie die meisten anderen Materialien auch, von Bürgern, Vereinen oder Unternehmen gespendet. Neben den Nutzgärten gibt es auch eine Bühne, einen Pavillon mit Grill, ein Insektenhotel und die Arche Noah. Auf dem Holzschiff können sich die Kinder austoben, während ihre Eltern oder Großeltern den Garten bestellen.

Einmal im Jahr, beim großen Stadtteilfest im September, blüht der Garten ganz besonders auf. Vielfältige Aktionen hüllen den Garten dann in ein international buntes Treiben.

Die Begeisterung für das Projekt ist ansteckend: 2009 erhielt der Garten den Innovationspreis des Sozialdienstes katholischer Männer und Pietro Basile wurde vom Landesjugendring NRW ein Preis für sein herausragendes persönliches Engagement verliehen. 2010 folgte der Naturschutzpreis der Bezirksregierung Arnsberg.

„Kommen Sie wieder!“ – dieser herzlichen Einladung von Pietro Basile folgt man gerne.

Willkommen im Portal der Gartenkultur in Westfalen-Lippe!

Diese Seite bietet Ihnen umfangreiche Informationen zu Gärten und Parks in Westfalen. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt an Anlagen in der Region, von den Gärten an mittelalterlichen Klosteranlagen über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Erfahren Sie hier mehr über die 120 Gärten und Parks – von der Geschichte der Anlagen über die oftmals im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen bis zu ihrer heutigen Nutzung.