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Landschaftspark Hoheward bei Herten

Die Halden Hoheward und Hoppenbruch erheben zwischen den Städten Herten, Recklinghausen und Gelsenkirchen – gemeinsam bilden sie die größte, heute weitgehend begrünte Haldenlandschaft in Europa. Dort können sich Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und auch Astronomen austoben.

Beide Halden sind aus nicht verwertbarem Material aufgeschüttet, das der Bergbau zutage gefördert hat. Mit 110 Metern bietet die Halde Hoheward den höchsten Gipfel im Ruhrgebiet, die südlich angrenzende Halde Hoppenbruch bringt es auf rund 70 Meter. Dieses Areal von 750 Hektar bildet den Landschaftspark Hoheward, der über Jahrzehnte durch den Bergbau geformt wurde. Direkt an die Halden grenzen Wohnsiedlungen, Industriestandorte und Waldstücke, sodass sich ein interessantes Verhältnis von Natur und Stadt ergibt.

In drei Ebenen ist die gigantische Halde Hoheward unterteilt und wird vom Horizontobservatorium gekrönt – einer die weithin sichtbaren Landmarke. Die unterste Ebene, der 0-Horizont, bildet eine etwa acht Kilometer lange Ringpromenade mit komfortablen Wegen zum Spazieren, Joggen und Radfahren. Im Norden und Süden verläuft die Promenade direkt am Fuß der Halde, während sie sich an der Ostseite durch Gärten schwingt. Die ehemalige Zeche Ewald befindet sich im Westen, sie soll zu einem Zukunftsstandort mit Büros, Gastronomie sowie Einkaufs- und Veranstaltungsmöglichkeiten umgestaltet werden.

Eine weitere Promenade umrundet auf dem +1-Horizont die Halde Hoheward: Sie liegt auf dem Niveau der Baumwipfel und ist mit elf Balkonen ausgestattet. Die aus Stahl konstruierten Kanzeln lassen je nach Standort weit in die Landschaft und das Ruhrgebiet blicken. Die beiden mit Gräser bewachsenen Gipfelplateaus sind die oberste Ebene und somit der +2-Horizont. Dort kommen Sternengucker auf ihre Kosten: Auf den höchsten Punkten befinden sich eine riesige Sonnenuhr und das Horizontobservatorium mit seinen markanten Stahlbögen. Hier ist der Weg mit der Wasserachse verbunden.

Knapp zehn Meter misst der Obelisk aus Edelstahl auf dem östlichen Gipfel – er wirft den Schatten für die Sonnenuhr. Das Ziffernblatt ist eine mit hellen Steinen gepflasterte Fläche von 60 Metern Durchmesser. Schwarze Steinbänder kennzeichnen die Stunden- und Datumslinien. So können Besucher die Bewegung der Sonne nachvollziehen und das Phänomen Zeit erfahren.

Das 2008 fertiggestellte Horizontobservatorium erhebt sich auf dem benachbarten Gipfel über einer ebenen Pflasterscheibe mit 90 Metern Durchmesser. Darüber spannen sich zwei Stahlbögen, um bei der Beobachtung der Bahnen von Sonne, Mond und Sternen zu helfen. Der Meridianbogen ist von Norden nach Süden ausgerichtet und teilt den Himmel in die Vor- und Nachmittagshälfte, während der Äquatorbogen von Osten nach Westen verläuft und den Himmel in nördliche und südliche Erdhalbkugel unterteilt. Zusätzlich können mit Hilfe von Peilmonumenten die Sonnen- und Mondwenden sowie die astronomischen Jahreszeiten beobachtet werden.

Die verschiedenen Ebenen der Halde Hoheward sind einerseits durch sanfte Serpentinen und andererseits durch eine schnurgerade Treppe mit rund 500 Stufen miteinander verbunden. Ein beliebter Zugang zum Landschaftspark ist die imposante Drachenbrücke in Recklinghausen, die  einem roten chinesischen Drachen nachempfunden ist.

Ein Eldorado für Radfahrer ist die kleinere Halde Hoppenbruch: Sie verfügt über wettkampftaugliche Up- und Downhill-Strecken für Mountainbiker. Die meisten Wege sind von Schwarzkiefern gesäumt, denn Hoppenbruch war eine der ersten Halden, die bepflanzt und anschließend für Besucher zugänglich gemacht wurden. Auf dem Gipfel dreht sich ein Windrad, das etwa 800 Haushalte mit Strom versorgt.

Quelle: Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, 2010: Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrgebiet, Essen

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