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Gärten am Camenhof

Auf dem elterlichen Hof finden die Landschaftsarchitekten Jutta und Dietmar Münstermann den praktischen Ausgleich zum Alltag. Ihre Leidenschaft für Gartengestaltung und blühende Pflanzen spürt man in jedem Winkel der über 20 Themengärten. Auf rund zehn Hektar ist der Traum vieler Gartenliebhaber, ein „Durchblühen“ vom Frühsommer bis zum Frost, erlebbare Realtät.

Den Grundstock für den Garten legten schon die Großeltern von Dietmar Münstermann. Aus der Bekanntschaft zu dem Gärtnermeister einer Soester Baumschule stammen die heute prächtigen und für einen westfälischen Bauerngarten ungewöhnlichen Solitärgehölze. So begrüßt den Besucher bei der Ankunft im Hof eine stattliche Rotbuche mit einem im Frühjahr  roten und im Sommer grünweißen Blatt. Eine weitere Rarität ist ein in Asien beheimateter Seidenbaum, der mit seinen zarten Federblüten einen ungewohnt exotischen Aspekt in den westfälischen Garten zaubert. Überhaupt sind es die großen Gehölze, die in den einzelnen Gartenbereichen das tragende Gerüst für die wechselnde Frühjahrs- und Sommerbepflanzung ausmachen.

Die beiden Planer haben ihre Gärten nicht nur nach Themen und Standortansprüchen für die Pflanzen angelegt. Auch die Farben der Blüten und Blätter sowie die Wuchsform und das Erscheinungsbild der Pflanzen spielen bei den Kompositionen eine Rolle – die hohe Kunst der Pflanzenverwendung.

Den Rundgang beginnt man im Langen Gang, der das Auge beruhigt, bevor sich ein neuer eindrucksvoller Gartenraum öffnet. Einzelne Durchblicke in den Hecken eröffnen die weite Sicht auf die Streuobstwiesen und den Bambushain im nordöstlichen Bereich des Geländes.

Am Ende des Langen Ganges betritt man den Senkgarten, der vertieft liegt und von heimischem Grünsandstein umrandet wird. Streng geschnittene Buchsbaumhecken bilden den Rahmen für die in Blautönen gehaltene Bepflanzung. Ein zentrales, sternförmiges Wasserbecken mit blau blühendem Hechtkraut, blaue Vasen und Bänke verleihen dem Raum einen meditativen Charakter. Weiter hinten, im Bauerngarten, erwarten den Besucher klassisch angelegte, durch Buchsbaumhecken getrennte quadratische Beete.

Spätestens jetzt erkennt man die Leidenschaft der Gartenbesitzer für die englische Gartenkultur: Schon die Namen der Gartenräume wie Red Border oder Weißer Garten erinnern an große englische Vorbilder. Der Grundidee folgend, sollen in diesem Garten nur Pflanzen in allen Weißschattierungen blühen, kombiniert mit grau- oder silberfarbenem Laub.

In eine ganz andere Welt entführt der von einem großen Teich geprägte Garten. Auf Holzdecks kann man nahe am Wasser sitzen und seinen Blick über die naturnahe Oase schweifen lassen: Rohrkolben geht nahtlos in Uferpflanzen über, die Sumpfzypresse scheint förmlich im Wasser zu stehen und das satte Grün des Bambus komplettiert diesen Gartenraum.

Auf die eben noch naturnahe Oase folgt streng gestaltete, minimalistische Ordnung. Eine  majestätische Lotosblume hofiert in ihrem Wasserbett. In Asien ist die Lotosblume aufgrund ihrer Fähigkeit, Wasser und Schmutz von sich zu weisen, ein Sinnbild für Reinheit, Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung. Im benachbarten Feierabendgarten bestimmen die Farben des Sonnenuntergangs die Szenerie in buchsbaumgerahmten Beeten vor der Kulisse des Gärtnerhauses.

Im Rosa Garten wird man durch die üppigen Farben und Düfte von Rosen, Malven und wechselnde Sommerblumen verzaubert. Von Juli bis Oktober überzieht ein Meer des aus Südamerika stammenden Patagonischen Eisenkrautes mit seinen sehr langstieligen, lavendelfarbigen Blüten die Beete. Überbordende Sommerblumen bringen monatelang Farbe in die Gärten. Auf dem Rückweg liegt der Magnolienhof und im Küchengarten wird in langer westfälischer Tradition allerlei Nützliches und Leckeres für den Gaumen angebaut.

Am Camen-Hof dürfen die Blumen in die Höhe sprießen und sich ausbreiten, klassische  Teppichbeete mit ausschließlich niedrigem Bewuchs gibt es nicht. Hobbygärtner finden hier einen Schatz an Ideen und Inspiration für die Gestaltung ihres eigenen Gartens.

Willkommen im Portal der Gartenkultur in Westfalen-Lippe!

Diese Seite bietet Ihnen umfangreiche Informationen zu Gärten und Parks in Westfalen. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt an Anlagen in der Region, von den Gärten an mittelalterlichen Klosteranlagen über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Erfahren Sie hier mehr über die 120 Gärten und Parks – von der Geschichte der Anlagen über die oftmals im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen bis zu ihrer heutigen Nutzung.