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Arnsberg, Bürgergärten und klassizistische Gartenhäuser

Das klassizistische Viertel im Süden Arnsbergs entstand zwischen 1816 und 1841 unter maßgeblichem Einfluss von Karl-Friedrich Schinkel, Oberlandesbaudirektor und Architekt des preußischen Königs. Schinkel hat entscheidend den Klassizismus im gesamten Preußen geprägt. Idee war es, den repräsentativen Wohnhäusern an der Königstraße Gartenparzellen hinzuzufügen, die mit je einem schmucken Gartenhaus ausgestattet waren. In der Entstehungszeit waren die Gartenhäuser malerische Endpunkte in den langen und schmalen Gärten, die sich bis hinunter zum Mühlengraben erstreckten. Die Kulisse bildeten Bäume und Sträucher, die auf der steilen, zum Mühlengraben abfallenden Ruhrterrasse wuchsen.

Wie die Wohnhäuser brachten auch die Gartenhäuser die Ansprüche auf bürgerliche Selbstdarstellung zum Ausdruck. Hier traf man sich nach dem sonntäglichen Kirchgang oder abends zum geselligen Beisammensein. Es ist mündlich überliefert, dass der Keller eines Gartenhäuschens als Weindepot diente. Das wahrscheinlich ältere der beiden zwischen 1822 und 1850 errichteten Gartenhäuser wurde 1924 vom angrenzenden Internat übernommen und seitdem  als „Gartenhaus der Armen Schulschwestern” bezeichnet.

Die lediglich aus einem Raum bestehenden Gartenhäuser öffnen sich einladend in Richtung der Wohnhäuser nach Osten. Beide wurden als Fachwerkkonstruktion auf einem gemauerten Kellergeschoss errichtet. Das ältere der beiden weist einen viereckigen Grundriss und ein mit Schieferplatten gedecktes Krüppelwalmdach auf. Das wenig später errichtete Gartenhaus Twiete besitzt einen aufwändigeren, achteckigen Grundriss. Es zeichnet sich durch den heute schiefen, dem Barock nachempfundenen Ziergiebel aus. Bei beiden Häusern sind drei Seitenwände verschiefert und die Eingangsfronten verputzt.

Vom ehemals beabsichtigten landschaftlich-idyllischen Charakter der Gärten ist heute leider nur noch wenig erhalten. Markante Bäume mussten gefällt werden oder fielen anderen Umständen zum Opfer. Das neu gepflanzte Buchenrondell wird einige Jahrzehnte für die Ausbildung eines entsprechend räumlichen Eindrucks benötigen

Im 20. Jahrhundert haben zudem Neubauten die Grundstücksaufteilung verändert. Somit ist die ursprüngliche Verbindung der Gartenhäuser zu den Wohngebäuden nicht mehr erkennbar. 2005 hat die Stadt Arnsberg die Gartengrundstücke erworben und ein Landschaftsarchitekturbüro mit der Bestandsaufnahme und Neugestaltung der Gärten nach historischem Vorbild beauftragt. Das Konzept soll zum Verständnis von Landschaft und Gartenkultur zu Beginn des 19. Jahrhunderts beitragen.

2010 wurde der Förderverein Bürgergärten e.V. mit dem Ziel der Förderung der Kultur in den klassizistischen Bürgergärten gegründet. Ein vielfältiges Angebot lädt seitdem die Arnsberger und ihre Gäste ein. Bei einer Verschnaufpause im Alltag oder während einer Radtour ist in den ehemaligen Privatgärten des Bürgertums ein wenig vom Flair des Preußentums zu spüren.

Nicht nur die historische Altstadt Arnsbergs mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten zeichnet die Stadt aus. Die Ruhr durchfließt und belebt das gesamte Stadtgebiet auf einer Länge von 30 Kilometern und umrundet fast ganz die Altstadt, das klassizistische Viertel sowie das Eichholz mit einer engen Schleife. Dem Lauf des Flusses folgt der RuhrtalRadweg, der das Hochsauerland mit dem Ruhrgebiet verbindet. Direkt an dieser beliebten Route liegen die Bürgergärten. Die Nähe zum Arnsberger Wald, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, und zu den Sauerländer Stauseen macht Arnsberg zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel.

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