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Westpark in Bochum

Noch jung ist der Westpark in Bochum: Zwischen 1999 und 2007 entstand nahe der Stadtmitte ein klassischer, aber zeitgemäßer Stadtgarten. Nun sprießen Gras, Hecken und Bäume auf dem Gelände, das eine industrielle Vergangenheit hat. Der Bochumer Verein hatte hier etwa 150 Jahre lang Roheisen und Stahl produziert, bis das Werk 1991 geschlossen wurde.

Zurückgeblieben ist eine industriell geformte Landschaft, denn das Material von abgerissenen Anlagen, die Reste der Produktion und viel Schlacke haben verschiedene Höhenlagen geschaffen. Diese Ebenen werden nun von Stützmauern und Rasenböschungen gestuft sowie durch Rampen, Treppen und Brücken miteinander verbunden. Letztere setzen besondere Akzente im Westpark: Eine filigrane Stegbrücke gehört zum Rundweg auf der oberen Parkebene und die Erzbahnschwinge – eine S-förmig geschwungene Hängebrücke – verbindet den Park mit der Erzbahntrasse. Die frühere Bahnstrecke führte vom Stahlwerk zum Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal und ist heute zu einem attraktiven Fuß- und Radweg umgebaut. Er führt durch Bochum zum Deutschen Bergbaumuseum und weiter nach Herne und Gelsenkirchen. Zudem überspannt die Nordpolbrücke die Zufahrt zur Jahrhunderthalle, die zentral im Westpark liegt.

Das Bauwerk mit Glasfassade ist Ankerpunkt der Route Industriekultur und ein pulsierender Veranstaltungsort im Ruhrgebiet. In den Jahren 2002/03 wurde die Jahrhunderthalle zum zentralen Spielort für die RuhrTriennale umgebaut. Bereits 1902 hatte sie der Bochumer Verein als demontierbare Ausstellungshalle für eine Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf aufgestellt. In Bochum wieder aufgebaut, wurde die Jahrhunderthalle von 1924 bis 1991 für industrielle Zwecke genutzt, unter anderem war hier die Kraftzentrale des Stahlwerks. Nach der Stilllegung konnte der Abriss der Halle verhindert werden, auch ein Wasserbehälter und die beiden Kühltürme sind noch vorhanden.

Nachdem die übrigen Industrieanlagen verschwunden waren, wurde das terrassierte Gelände schnell von der einmaligen Industrienatur erobert. Dazu zählen Tiere und Pflanzen, die sich an die widrigen Verhältnisse der Industriebrachen angepasst haben. Die freien Flächen des 38 Hektar großen Stahlwerk-Geländes sind nun mit Rasen begrünt und werden von Bäumen akzentuiert. So stehen Solitärbäume und geschnittenen Hecken im interessanten Kontrast zur wuchernden Industrienatur.

Nördlich der Jahrhunderthalle wird Wasser als prägendes Element verwendet. Um diesen Parkteil erhebt sich das „Obergeschoss“ – die höchste Ebene – mit einem knapp zwei Kilometer langen Rundweg. Er bietet wechselnde Ausblicke über den Westpark und die Stadt Bochum. Auf dem Plateau liegt auch eine Spiellandschaft mit einem Baumhain – ein ähnliches Ensemble befindet sich in der Nähe des Eingangs zum Westpark. Wenn schließlich das Tageslicht schwindet, dann beginnt die „inszenierte Dunkelheit“ – ein Beleuchtungskonzept von Uwe Beizner, das sowohl markante Bauwerke als auch Strukturen der Vegetation im Park betont.

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