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Von-Wedelstaedt-Park in Gelsenkirchen

Mitten im Gelsenkirchener Süden liegt der Von-Wedelstaedt-Park. Benannt nach seinem Initiator, dem Amtmann von Wedelstaedt, ist er ein historisches Zeugnis Gelsenkirchener Sadtgeschichte. Der kleine Waldpark ist eine grüne Oase inmitten der Stadt und lädt durch sein geschwungenes Wegenetz zu kleinen und größeren Spaziergängen ein. Ebenso kann man im Sommer auf den Wiesen- und Rasenflächen verweilen und wie zu allen andern Jahreszeiten die Wasservögel im Teich beobachten. Die kleineren Besucher können sich auf dem Kinderspielplatz austoben.

Die Geschichte des Parks ist untrennbar mit der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinden des Ruhrgebiets gegen Ende des 19. Jahrhunderts verknüpft. Diese machte den öffentlichen Park zu einer verbreiteten Erscheinung – und zur wichtigsten Entwurfsaufgabe deutscher Gartenarchitekten. So beschloss 1898 auch der zwei Jahre zuvor gegründete Landkreis Gelsenkirchen, eine Anleihe in Höhe von 400.000 Mark aufzunehmen, um seinen kreisangehörigen Gemeinden die Anlage von Volksparks oder -gärten zu ermöglichen. Jede Gemeinde, die einen Volksgarten anlegen wollte, konnte aus diesem Fond gefördert werden. Die erste Gemeinde, die diesen Volksgartenfond in Anspruch nahm, war Ückendorf, ein ehemaliges Bauerndorf, das innerhalb von 25 Jahren bis 1875 zu einer Gemeinde mit 5.000 Einwohnern heranwuchs.

1898 wurde auf Veranlassung des Amtmannes von Wedelstaedt Land für den Gemeindepark gekauft. Es handelte sich um ein fünf Hektar großes, von Süden nach Norden ansteigendes Grundstück, das von zwei Seiten von Bahnlinien begrenzt war. In den Bedingungen des in den Jahre 1898/99 ausgeschriebenen Entwurf-Wettbewerbes sollte die künftige Anlage den „Charakter eines Wäldchens mit schattigen Wegen, einzelnen Lichtungen und schönen Ausblicken" haben. Die 1899/1900 errichtete Anlage vereinte die Grundzüge der beiden prämierten Entwürfe von Stadtgärtner Adolf Jensen aus Oberhausen und dem Gartenarchitekten Reinhold Hoemann aus Düsseldorf.

Das Hauptwegesystem und das Teppichbeet auf der wichtigsten Wege-Kreuzung wurden so angelegt, wie Jensen es vorschlug. Das runde, erhöht gelegene, von Platanen überschirmte Plateau – ursprünglich als Standort für ein Lokal geplant, das jedoch nie gebaut wurde – und die Halbinsel mit Schutzhütte entsprachen dem Entwurf Hoemanns. Innerhalb des Parks errichtete man 1900 ein Gärtnerhaus im Stil eines Schweizer Fachwerkhauses.
Im Jahre 1903 wurde Ückendorf von Gelsenkirchen eingemeindet. Gelsenkirchen entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt Westfalens. Die Bezeichnung Gemeindepark traf nun nicht mehr zu. Der Ückendorfer Park wurde nach seiner Lage im neuen Stadtgebiet von Gelsenkirchen in Südpark umbenannt. Später wurde der Amtmann geehrt, der in seiner Gemeinde den Grundstein für eine kommunale Freiflächenpolitik legte: Der Südpark erhielt den Namen seines Wegbereiters und wurde seit dem Von-Wedelstaedt-Park genannt. Über den westlich am Park schnurgerade vorbeiführenden Emscher-Rad-Weg gelangt man zu der südlich an den Park angrenzenden Halde Rheinelbe mit der sehenswerten Himmelstreppe.

Quelle:  Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, 1997: Vom Kaisergarten zum Revierpark, Essen

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