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Stadtgarten Herne

Der über 100 Jahre alte Stadtgarten Herne ist typisch für die Zeit, als die aufstrebenden Kohle- und Stahlstädte an der Ruhr anfingen zu Repräsentationszwecken und für die Bevölkerung Stadtgärten und Volksparks anzulegen.

Die circa neun Hektar große Fläche für den Park wurde bereits 1899 von der Stadtverwaltung erworben. Der Gartenarchitekt Reinhold Hoemann gewann 1904 den Gestaltungswettbewerb zur Neuanlage des Stadtgartens. Er konzipierte den Stadtgarten Herne als landschaftlichen Park, eingefasst von einem Waldsaum. Der Garten entstand in den Jahren 1906 bis 1908. Noch heute findet man dort die damals aktuellen Gestaltungsprinzipien der Lenné-Meyer’schen Schule: Typisch hierfür ist beispielsweise die fehlende Wegehierarchie. Stattdessen gehen die Wege in weiten Schwüngen ineinander über. Die Wegkreuzungen wurden durch Baum- und Strauchgruppen markiert. Das bis heute bestehende Parkrestaurant wurde im Jahre 1909 erbaut und vervollständigt den Stadtgarten.

Ursprünglich war ein großer Teich mit Springbrunnen der zentrale Punkt der Anlage. An diesen Bereich schlossen sich Rasenflächen mit geometrischen Schmuckbeeten an. Dort steht noch heute das Jahndenkmal, das 1911 enthüllt wurde. Von diesem zentralen Bereich hat sich bis heute ein Großteil der Formgebung des Geländes bzw. der Verlauf der Wege erhalten. Er ist auch heute noch das Herzstück der Anlage.

Die größte und auffälligste Veränderung entstand durch die fortwährende Umgestaltung der großen Teichanlage. Diese wurde 1908 fertig gestellt, aber bereits 1911 ließen bergbaubedingte Bodensenkungen den Teich leerlaufen. Wegen fortgesetztem Wasserverlust wurde in den 50er-Jahren der Teich rückgebaut. Stattdessen legte man ein kleines Becken an. Vom großen Teich blieb nur eine Wiese, die auch heute noch in etwa die Form des Teiches nachzeichnet. Heute befindet sich der Teich mitten in einer Blumenwiese. Hier wurden bereits Frösche und Molche gesichtet.

1965 wurde der Stadtgarten um den nördlichen Teil (zwischen Vinckestraße und Hölkeskampring) um große Wiesenflächen und einen Spielplatz auf etwa 10,5 Hektar erweitert.

Ein neues Gestaltungselement bildet seit den 50er-Jahren eine repräsentative Doppelachse, die die Teichwiese mit der Außengastronomie des Parkrestaurants verbindet. In der Achsen-Mitte befanden sich damals große Beete mit einjährigen Zierpflanzen. Japanische Zierkirschen bilden im April eine schöne Blütenpracht. Das Mittelbeet wird mit seinen rosafarbenen Beetrosen zu einem farbigen Band während des ganzen Sommers.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Stadtgartens wurden auch weitere Teile des Stadtgartens vollständig überarbeitet. Im Oktober 2012 wurden die letzen Arbeiten am Park abgeschlossen. Heute ist der Park wieder „die gute Stube“ der Herner Bürger. Die noch vorhanden historischen Elemente blieben bei dieser Sanierung erhalten, bzw. wurden wieder aufgegriffen. Neue Staudenbeete und das neu bepflanzte historische Rosenrondell steigern die Attraktivität und den Erholungswert des Parks.

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