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Seepark Lünen

Das Herzstück des Seeparks Lünen ist das Wasser: Der künstlich angelegte Horstmarer See liegt in der vom Bergbau gezeichneten Landschaft im nördlichen Ruhrgebiet. Seine Ufer teilen sich Natur und Besucher. Denn im Süden und Westen liegen geschützte Areale für heimische Tiere und Pflanzen, während sich im Norden und Osten viele Schwimmer, Sonnenbader,  Spaziergänger und Radfahrer tummeln. Der neun Hektar große Horstmarer See ist als Naturbad freigegeben, das einen langgezogenen Strand und große Liegewiesen bietet.

Im Sand des Strandes steckt eine Halbkugel aus glatt polierten Metall, ein Kunstwerk, das einem abgestürzten Raumschiff ähnelt. Nicht an Science-Fiction, sondern an das Geduldsspiel Mikado erinnert eine weiteres Kunstwerk in Sichtweite: Die rund zehn Meter hohe „Bastion“ von Erich Reusch ist aus weißen und roten „Stäbchen“ aufgeschichtet. Der Künstler hat sein Werk als Ort des Durchschreitens und Verweilens konzipiert. Tatsächlich ist die „Bastion“ ein beliebter Treffpunkt – auch um den Blick über den Seepark Lünen zu genießen.

Auf dem über 60 Hektar großen Gelände wurde früher Kohle gefördert. Heute befindet sich hier ein stadtnaher Park mit vielen Freizeitaktivitäten. Durch den Kohleabbau unter Tage ist der Seepark Lünen auch von Bergsenkungen betroffen, so ist der Boden stellenweise bis zu 14 Metern eingesunken. Deshalb fahren die Schiffe auf dem nahegelegenen Datteln-Hamm-Kanal über den Köpfen der Besucher hinweg.

Der Vergangenheit mit dem florierenden Bergbau lässt sich noch an vielen Stellen im Park nachspüren: Aus Bergematerial ist die Preußenhalde aufgeschüttet und ragt mehr als 80 Meter in den Himmel, so dass sich Blicke ins Ruhrgebiet und das Münsterland ergeben. Das Horstmarer Loch weist dagegen in die Tiefe: Es wurde mit dem Aushub des Sees modelliert und erinnert symbolhaft an die Bergschäden. Acht Meter ist das Horstmarer Loch tief, dessen steile Böschungen und Abbruchkanten als Spiel- und Aktionsraum konzipiert sind. Auf einer Naturbühne mit Rasenstufen als Sitzplätze für die Zuschauer werden häufig Konzerte und Theaterstücke gespielt.

Für die alten Verletzungen und die aktuellen Veränderungen der Landschaft steht ein Riss, der quer durch das Horstmarer Loch verläuft und sich bis zum Kreikenhof fortsetzt. Er repräsentiert nicht bäuerliche Idylle, sondern eine ehemalige Bergsenkung, die zu einem Deichvorland aufgefüllt ist.

Als Landschaftspark neuen Typs wurde der Seepark Lünen für die Landesgartenschau 1996 gestaltet, um dem Gelände im Süden der Stadt einen hohen Freizeitwert zu verleihen. Seitdem wird die mosaikartige Landschaft mit den typischen industriellen Elementen des Ruhrgebiets durch neue Wege verknüpft. Sie sind als Alleen bepflanzt oder werden von einzelnen Baumreihen betont.

Quelle:  Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, 1997: Vom Kaisergarten zum Revierpark, Essen

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