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Schlosspark Lembeck in Dorsten

Entlang einer zentralen Achse von Osten nach Westen ist die Schlossanlage Lembeck ausgerichtet. Seine barocken Bauten liegen auf zwei Inseln von Wassergräben umgeben. Ein besonderes Merkmal der Hauptachse ist, dass sie durch das Schloss führt. So führt der drei Kilometer lange Weg immer geradeaus durch Gärten und Schlossgebäude bis weit in die bewaldete Landschaft hinein. Unterwegs wird die Achse von Pfeilern, Brücken und den Torbögen der Vor- und Hauptburg geschmückt.

Ausgangspunkt für einen Spaziergang ist das östliche Ende der Achse. Dort steht in der Hecke am Parkplatz ein altes Tor mit Sandsteinpfeilern und zahlreichen Ornamenten – es stammt vermutlich aus dem früheren barocken Garten des Schlosses. Wenn Besucher die Hauptachse betreten, ist zunächst ein doppelter Sandsteinpfeiler mit wappentragenden Löwen und Vasen zu sehen. Als Wächter befinden sich die Kriegsgötter Athena und Mars auf den Mittelstücken. Danach folgen schlichtere Pfeilerpaare und eine Brücke, die einst eine Zugbrücke mit hölzernen Aufbauten war.

Schließlich führt ein Torbogen mit einem gewaltigen Turm in die Vorburg. Sie bestand ursprünglich aus drei Gebäudeflügeln, allerdings vernichtete 1887 ein Brand den nördlichen Teil. Dorthin wurde der kleine Garten der Vorburg erweitert, der schon auf einer alten Lithografie im Schlossmuseum dargestellt ist. Seine mittlere Achse ist mit üppigen Rabatten und vier Hermen dekoriert, welche die Jahreszeiten symbolisieren. Im Garten blühen vor allem Rosen, darunter sind auch Ramblerrosen – sie klettern an den Bäumen empor. Dazu zählen auch seltene Exemplare wie Magnolie und Gingko. Zudem haben weitere Kletterpflanzen die Fassaden der Vorburg erobert.

Über eine zweite Brücke und durch einen Torbogen mit Marienstatue gelangen Besucher in den Schlosshof. Dieser öffnet sich nicht wie üblich zur Vorburg, sondern zur Gartenseite. Nachdem Lembeck im Jahr 1017 erstmals erwähnt wurde, gab es spätestens im 14. Jahrhundert ein festes Haus, das mehrfach erweitert wurde. Im Saal des heutigen Schlosses ist dieser historische Kern noch zu erkennen. Kriege hinterließ im 16. und 17. Jahrhundert viele Schäden an den vorhandenen Gebäuden, sodass die niederländische Seite der Familie – die von Westerholt-Hackfurts – um 1670 mit dem Bau des heutigen Schlosses begann. Anhand der unterschiedlichen Fenster lassen sich die einzelnen Bauphasen auch von außen nachvollziehen.

Noch immer gehört Schloss Lembeck den Nachfahren von Maria Josefa und Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel. In den 1950er-Jahren richtete die Gräfin Merveldt ein Schlossmuseum ein, das Möbel und Kunstgegenstände vom 17. Jahrhundert bis heute zeigt. Zusätzlich wurde das Heimatmuseum im Schloss untergebracht, es befindet sich seit 1992 im Dachgeschoss. Als das Schloss 1965 auch zum Hotel und Restaurant wurde, zog die Besitzerfamilie in eines der Nebengebäude.

Vom Schlosshof führt die Hauptachse weiter durch zwei barocke Pfeiler, die ursprünglich eine Zugbrücke gehalten haben. Sie wurden 1728 vom Baumeister Johann Conrad Schlaun entworfen und mit sogenannten Putti geschmückt. Ein Hinweis, dass sich eine Art Lustgarten anschloss. Dieser barocke Garten lag auf einer Insel, die an drei Seiten vom Wienbach und an einer Seite vom Wassergraben des Schlosses begrenzt wird. Passenderweise ist der Garten mit vier Figuren der Flussgötter versehen, welche die Erdteile symbolisieren und zwischen exotischen Bäumen verteilt sind.

Unweit einer Statue des Heiligen Nepomuk führt eine Brücke aus dem Garten in den Rhododendronpark. Er wurde in den 1960er-Jahren vom Gärtner Heinrich Nottelmann angelegt und seitdem zwei Mal erweitert. Zu entdecken sind eigene Züchtungen der immergrünen Pflanzen, die zwischen April und Juni mit Zierkirschen, Apfelbäumen und tausenden Zwiebelpflanzen um die Wette blühen. Im Herbst schmücken die gefärbten Blätter von Azaleen, Tulpen- und Amberbäumen sowie Sorbus- und Ahornarten den Park, während im Winter die vielen Nadelbäume zur Geltung kommen, auch wenn Lärche und Urwelt-Mammutbaum ihre Nadeln abwerfen. Im reichen Grün des Rhododendronparks können Kinder auf einem Spielplatz und zwei riesigen Trampolinen toben.

Westlich von Schloss Lembeck geht die Hauptachse in die Landschaft mit Wäldern und Wiesen über. Am Übergang von der geordneten Welt des Gartens zum „Chaos“ der Natur steht eine Backsteinmauer, deren Pfeiler mit dem globustragenden Atlas und der Göttin Minerva sowie zwei Obelisken verziert sind.

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