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Maximilianpark Hamm

Der Maximilianpark ist in seiner Geschichte und Struktur impulsgebend für das Ruhrgebiet und zugleich sehr traditionell. Mit dem Maximilianpark wurde die Geschichte der Landesgartenschauen in Nordrhein-Westfalen gestartet. Ein Instrument, das seitdem erfolgreich im Strukturwandel und im Stadtumbau eingesetzt wird. Gestalterisch markiert der Maximilianpark eine neue Zeit im Umgang mit altindustriellen Flächen und Relikten. 

Der Ursprung des Parks fällt mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen. Im Januar 1902 begann die Eisenwerksgesellschaft Maximilianhütte AG aus Sulzbach-Rosenberg damit, zwei Schächte für die zukünftige Zeche Maximilian auszuheben. Der Zechenbetrieb und die Kohleförderung dauerten jedoch nicht lange. Schon im August 1914 musste die Grube aufgegeben werden – ein Wassereinbruch hatte die Stollen geflutet. Die Zeche war abgesoffen, wie es in der Bergmannssprache heißt.

Danach lag das Gelände brach, so dass sich in den folgenden Jahrzehnten eine weitgehend ungestörte, artenreiche Vegetation entwickeln konnte. Die Zechenbrache wurde zum Rückzugsgebiet für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Bäume und Sträucher wuchsen und bildeten über die Jahre eine imposante Kulisse. 

1984 wurde der Maximilianpark zum Standort der ersten Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen. Die ökologischen Belange, die für Tiere und Pflanzen wertvollen Bereiche der Zechenbrache zu erhalten, und die planerischen Ziele, einen attraktiven Park für eine Gartenschau zu schaffen, wurden sorgsam gegeneinander abgewogen. Die Planer respektierten den von der Natur eingeleiteten Regenerationsprozess auf den Industrieflächen. Bodenbewegungen blieben auf ein notwendiges Maß beschränkt und die Erschließung hielt sich weitgehend an vorgefundene Pfade. Vorhandene Vegetation wurde zur Raumbildung genutzt. Auch die Bergwerksgeschichte des Geländes floss in die Entwürfe ein. Ruinenfragmente der ehemaligen Zeche Maximilian wurden in den Park integriert oder in künstlerische Installationen einbezogen. Nach 30 Monaten Bauzeit eröffnete am 14. April 1984 die Landesgartenschau auf rund 22 Hektar ihre Tore. 

Als Gestaltungsgrundlage galt das Leitmotiv, dem künstlich Geschaffenen natürlich Entstandenes gegenüber zu stellen. Den Schauflächen mit Rosen, Stauden, Gräsern und Gehölzen stehen Wildwuchsflächen gegenüber. Der zwar künstlich angelegte, aber naturnah entwickelte Maximilianteich im östlichen Geländeteil hat als Pendant den Freizeitteich im westlichen Teil des Parks.
Ein Spannungsbogen findet sich auch zwischen Architektur und Landschaftsbau: Dem begrünten Ökohaus, ein Kunstobjekt von Friedensreich Hundertwasser, steht der zu einem Elefanten verfremdete Teil der Kohlenwäsche gegenüber. Die Stahl-Glas-Konstruktion des Hammer Künstlers Horst Rellecke verwandelte die Kohlenwäsche in eine begehbare Plastik. Wer im gläsernen Rüssel nach oben fährt, kann aus der Höhe von 35 Metern das Panorama über das gesamte Parkgelände genießen. Der gläserne Elefant gilt heute als das Wahrzeichen des Maximilianparks und der Stadt Hamm.

Nach der Landesgartenschau 1984 wurde der Maximilianpark mit einem vielfältigen Kultur- und Veranstaltungsprogramm weitergeführt. Neue Parkeinrichtungen und weitere Ausstellungsinhalte kamen hinzu. Auch in den pflanzenbestimmten Parkbereichen setzt die Natur seit 1984 in jeder Vegetationsperiode neue Akzente. Spazierwege führen durch den Heidegarten, den Duftgarten, den Dahliengarten und entlang des Rosenhangs. Das sind nur einige von vielen Themengärten im Maximilianpark. 

Wie es sich für die Tradition von Gärten und Parks gehört, darf das Wasser im Park nicht fehlen. Ein Kugelbrunnen mit riesigem Quellstein bringt Leben in die strenge Atmosphäre aus Beton und Stein am Glaselefanten. Der Vierjahreszeitenbrunnen symbolisiert mit seinen Knospen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Kaskade und der Fontänenteich setzen das Wasserspiel fort. 

Viele Kunstobjekte bereichern den Park. So streckt der Maximilianpark seinen Gästen seit 1992 symbolisch durch Jochen Winklers Eisenplastik „Die Hand“ zum Willkommensgruß aus. »Sarah« steht im Schatten des Glaselefanten. Diese Skulptur aus Roststahl von Manfred Billinger ist eine von drei Billinger-Skulpturen im Park. Seit 2010 zählt ein Stauden- und Gräsergarten des international renommierten Gartenarchitekten Piet Oudolf zu den Attraktionen des Maxi-Parks. Die klangvollen Titel GartenKunst und NaturGestalten geben Hinweise auf die künstlerische Vision, die Piet Oudolfs eigens für den Maximilianpark entworfenen Pflanzenkompositionen zugrunde legt. Gemäß seinem Credo, einen Garten nicht isoliert von seiner Umgebung zu betrachten, ließ sich der Gartenarchitekt für seine Rauminszenierungen von der bereits vorhandenen Kulisse des Maximilianparks inspirieren.

Eine weitere Attraktion ist der Besuch des Schmetterlingshauses. Im größten tropischen Schmetterlingshaus Nordrhein-Westfalens leben bis zu 200 verschiedene Schmetterlingsarten aus den tropischen Regionen von Süd- und Mittelamerika, Afrika, Thailand, Malaysia und den Philippinen. Ein reiches Angebot an Kinderspielplätzen rundet die Erlebniswelt für Kinder im Park ab.

Quelle: Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, 2010: Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrgebiet, Essen

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