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Botanischer Garten Bochum

Nach Aufnahme des Lehrbetriebs an der Ruhr-Universität Bochum im Jahre 1965 folgte die Planung und Gestaltung des Botanischen Gartens, dessen erste Anlagen 1971 für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Der Übergang von den zweckmäßigen Betonbauten der Universität zum naturnahen Naherholungsgebiet des Ruhrtales wurde ansprechend gestaltet. Mit seinen 15.000 Arten besitzt der Garten eine der größten Pflanzensammlungen Deutschlands und ist als Forschungs- und Lehrgarten angesehen. Auf rund 13 Hektar Freilandfläche werden etwa 1.200 Gehölzarten kultiviert. Die Themen zeigen zum einen die Vielfalt der Pflanzenwelt und zum anderen die Beziehungen der Pflanzen zu ihrer Umwelt. An einem einzigen Nachmittag kann der Besucher alle Kontinente der Erde mit ihren charakteristischen Vegetationsformen und Pflanzen besuchen. Er selbst entscheidet, ob er die meiste Zeit lieber im heimischen Wald, in der Wüste oder im tropischen Urwald verbringen möchte.

Die Gliederung des Botanischen Gartens ermöglicht es, sowohl Pflanzen mit ihren typischen Nachbarn zu zeigen als auch die Anforderungen der Pflanzen an die Wuchsbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit und Bodensubstrat zu verdeutlichen.

Das Alpinum und das Alpinenhaus mit den Pflanzen hochgelegener Gebirge sind besonders im Frühling sehr schön, wenn die zahlreichen Primelarten, Enziane, Krokusse und Alpenrosen blühen. Der südliche Teil des Botanischen Gartens bis hin zum Lottental stellt in der Geobotanischen Abteilung vergleichbare Vegetationsbilder und Biotope aus Europa, Asien und Amerika vor – Wälder, Wiesen, Heiden, Moore und Steppen. In den Gewächshäusern gedeihen Pflanzen aus wärmeren Ländern, zum Beispiel aus dem Mittelmeerraum, von den Kanarischen Inseln sowie wasserspeichernde Gewächse aus den Trockengebieten Afrikas und Amerikas. Aus den subtropischen Bergregionen findet der Besucher Blütenpflanzen, Farne und Palmfarne. Im 17 Meter hohen und rund 700 Quadratmeter großen Tropenhaus wird der Eindruck tropischer Welten vermittelt. Nutzpflanzen, Bäume und Kräuter tropischer Regenwälder, Sumpf- und Wasserpflanzen werden hier kultiviert. Das Wüstenhaus zeigt den Besuchern ein Bild der Pflanzen subtropischer Zonen in Südamerika, Südafrika und Madagaskar. Seit 2001 können sich die Besucher in den neu errichteten Savannenhäusern über Hartlaubgebüsche Australiens und Südafrikas informieren.

Wer nach der Reise über die Kontinente erschöpft ist, der kann im Chinesischen Garten eine Ruhepause einlegen. Im südöstlichen Teil des Botanischen Gartens wurde er 1990 erbaut und entspricht dem südchinesischen Stil. Schlichte Materialien wie Naturstein, Holz und Ziegel und zurückhaltende Farben wie weiß, schwarz, grau und dunkelrot herrschen vor. In China werden solche Gärten von Gelehrten, Künstlern und hohen Beamten kultiviert. Unter Anleitung chinesischer Spezialisten wurden 600 Tonnen Gestein zu Felslandschaften gestaltet und typische Materialien wie Ziegel, Fliesen und Holzelemente originalgetreu eingebaut.

Quelle: Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, 2010: Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrgebiet, Essen

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