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Barocker Höhengarten Schloss Hohenlimburg in Hagen

Im 14. Jahrhundert gegründet, war Schloss Hohenlimburg bis ins 18. Jahrhundert hinein gartenlos. Erst Moritz Casimir l., ein weit gereister und sehr gebildeter Gartenliebhaber, plante die Gärten in barockem Stil.
Das in Frankreich entwickelte Idealschema des klassischen Barockgartens besteht aus einer ebenen, symmetrischen Fläche, dem Parterre, dem Boskett, einem waldartigen Bereich, und einem weitläufigen Jagdgehege, dem Grand Parc.
Die Anwendung dieses Schemas fand in den schwierigen topografischen Verhältnissen am Schloss allerdings schnell ihre Grenzen. So wurde beispielsweise auf die Anlage eines Grand Parc verzichtet. Der Bereich des Gartens musste aus dem vorhandenen Hang förmlich herausgeschält und durch Mauern aus heimischem Sand- und Kalkstein gestützt werden. Es fehlen daher auch die sonst in Barockgärten üblichen großen axialen Bezüge durch Alleen sowie Wiesen und Gewässer, die den Übergang in die Landschaft bilden.

Die Gärten behielten, trotz der Verlegung der Residenz von Hohenlimburg nach Rheda im Jahre 1756, bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ihre Form. Dies galt besonders für die Obstgärten, Küchengärten und Gemüsegärten. Die barocke Ausstattung des Parterregartens mit Statuen, Gartenarchitekturen und üppigem Pflanzenschmuck wurde jedoch im Laufe der Zeit reduziert.
Etwa ab Mitte der 1950er-Jahre führten Nutzungsänderungen wie die Aufforstung des Gartens mit Lärchen sowie wirtschaftliche Umstände dazu, dass die Pflege der Gärten immer weiter eingeschränkt wurde. Ein langsamer, aber stetiger Verfall der Anlage war die Folge.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Initiative des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg im Zusammenwirken mit dem bürgerschaftlichen Engagement von drei Vereinen und der Unterstützung durch zwei Stiftungen dazu beigetragen, die schon fast dem Verfall preisgegebenen Gärten von Schloss Hohenlimburg zu neuem Leben zu erwecken und den Besuchern wieder zugänglich zu machen.
Das ehemalige Barockparterre wurde in seiner Ausdehnung und axialsymmetrischen Gestaltung wiederhergestellt. Dazu wurden die gewaltigen Mauern, die das Parterre nach oben und unten abstützen, saniert. Die historischen Weinterrassen auf der sonnigen Südseite des Schlosses erhielten wieder eine Bepflanzung mit Rebstöcken.

Schloss Hohenlimburg hat sich heute als Gesamtkunstwerk mit seinen Gebäuden und Gärten zu einem neu entdeckten Anziehungspunkt und Veranstaltungsort entwickelt. Dazu zählen zwei Museen, die die höfische Wohnkultur und die Geschichte und Technik des Kaltwalzens zeigen. Für sommerliche Theater- und Musikaufführungen des Schlossspielvereins und einen Weihnachtsmarkt in der Adventszeit bildet Schloss Hohenlimburg den stimmungsvollen Rahmen.
 

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