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Schlosspark Schieder in Schieder-Schwalenberg

Schloss Schieder ist umgeben von einem Barockgarten im Süden und einem englischen Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert im Norden.
Nach einem Plan von 1775 konnte der barocke Teil des Parks instand gesetzt und im Frühjahr 2009 fertig gestellt werden. Der Blick von der Terrasse des Schlosscafés versetzt Besucher zurück in die Entstehungszeit des Gartens: Zu sehen sind das Parterre mit dem Fontänenbassin und drei Terrassen, die durch doppelläufige Treppen und Kaskaden mit wasserspeienden Masken verbunden sind. Zudem verzieren säulenförmige Bäumchen und Schmuckbeete den Barockgarten.

Das schlichte Schloss mit dem Barockgarten hatte Rudolf Graf zur Lippe-Brake zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichten lassen. Zugleich ließ er auf der Nordseite eine Allee aus 260 Linden pflanzen, die heute einen herrlichen Blick vom Nordeingang des englischen Landschaftsparks auf das weit entfernte Schloss eröffnet. An dieser Stelle betreten Besucher die Anlage durch ein barockes Gartentor aus dem Jahr 1738, das Graf Albrecht-Wolfgang als Erbauer ausweist.

Ab 1832 erweiterte Fürst Leopold II. den Park um das als Sommerresidenz dienende Schloss in nördliche und östliche Richtung und gestaltete den Barockgarten landschaftlich um. Sein Sohn Leopold III. baute ihn nach Norden auf die heutige Größe von rund 19 Hektar aus. Die neuen Parkbereiche wurden als weite Landschaftsszenerien mit großen Wiesenflächen, verschiedenartigen Gruppen aus Laub- und Nadelgehölzen und mehreren Teichen ausgebaut.
Aus diesen beiden Phasen stammen auch die prächtigen alten Parkbäume. Bemerkenswert ist z. B. die opulente amerikanische Strauchkastanie an der Ostseite des Barockgartens. Dort fließt auch der Schweibach, der den gesamten Landschaftspark durchquert.

Zu entdecken gibt es zudem den sogenannten Butterborn, einen Teich, der von einer Quelle gespeist wird. Diese wurde in Form einer kleinen Grotte aus grob behauenem Bruchstein gefasst. Der Name verweist darauf, dass diese Konstruktion zur Kühlung der Butter genutzt wurde, wenn die lippischen Fürsten im Sommer auf Schloss Schieder residierten.

Durch Nadelbäume hindurch und an zwei Teichen vorbei, gelangt man von Norden zu den im Jahr 1817 von Fürstin Pauline zur Lippe errichteten Gewächs- und Gartenhäusern. Die beiden Gebäude markieren die Grenze zwischen den Parkerweiterungen im 19. Jahrhundert. Das so genannte Blumenhaus wurde inzwischen denkmalgerecht instand gesetzt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen Schloss und Park zunächst an das Land Lippe und 1963 an die Gemeinde Schieder über, die den Schlosspark als Kurpark nutzte. Seit 1999 ist der Schlosspark wegen seiner regional hervorragenden gartengeschichtlichen Bedeutung als Gartendenkmal ausgewiesen.

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