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Schlossgärten Rheda

Auf einer Sanddüne steht das mächtige Schloss Rheda in einer einst sumpfigen Niederung der Ems. Im 12. Jahrhundert wurde es von Widukind von Rheda zum Schutz des Emsübergangs an der Fernstraße von Paderborn nach Münster errichtet und gilt als eine der ältesten Wasserburgen in Westfalen. Die Gebäude der Burg spiegeln die Baugeschichte vom Mittelalter bis zum Barock wider.

Zum Schloss führt der historische Steinweg, über den auch der Garten und der Park zu erreichen sind. Seit 1973 passieren Besucher zunächst das ehemalige Bleichhäuschen, ein altes Fachwerkhäuschen, das mittlerweile eine Malwerkstatt ist.

Der Schlossgarten liegt nördlich des Steinwegs und existiert seit dem 17. Jahrhundert. Er ist geometrisch gegliedert und nach niederländischem Vorbild an drei Seiten von Wassergräben umgeben.

Mehrere Glanzzeiten mit anschließendem Verfall hat der Garten erlebt. Seit der Landesgartenschau 1988 ist die Anlage nach originalen Plänen aus der Zeit um 1900 instand gesetzt worden. Besonderer Wert wurde dabei darauf gelegt, die alten Rosensorten aus dieser Zeit erneut anzupflanzen. Und nachdem einige Tennisplätze beseitigt werden konnten, hat der Schlossgarten heute fast wieder seine ursprüngliche Größe. Ein Weg vom zentralen Rondell nach Norden markiert die historische Hauptachse im Garten.

Von einem Garten an Schloss Rheda wird indessen schon 1383 berichtet. Um 1730 verweisen Schriftstücke auf einen barocken Lustgarten mit geschnittenen Alleen und Hecken. Damals wurde die Anlage auch zur Anzucht von Obst und Gemüse genutzt: Rund 300 Spalierobstbäume standen rechts und links des Hauptwegs und sogar Melonen wurden angebaut. Doch ab 1735 flossen kaum noch Investitionen in den Schlossgarten, weil der Graf von Bentheim-Tecklenburg seinen Hof nach Hohenlimburg verlegt hatte. Erst ab 1825 wurde die Anlage wieder bestellt und erhielt auch eine Gärtnerei. Sogar der Bevölkerung war es später gestattet, den Schlossgarten zu besuchen. Aus dieser Zeit stammt auch die ehemalige Orangerie, ein spätklassizistisches Backsteingebäude am Ostrand des Gartens.

Einen gestalterischen Höhepunkt erlebte der Schlossgarten wieder gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als der Hofgärtner Josef Poppe geometrische Formen schuf, die am Haupteingang den Eindruck einer großzügigen Zieranlage erwecken. Gleich nach dem Tod von Poppe im Jahr 1902 begann erneut ein Niedergang der Anlage, der erst mit der Landesgartenschau 1988 umgekehrt werden konnte.

Eher landschaftlich geprägt ist der Park nördlich des Schlosses, dessen ausgedehnter Laubwald in der Vergangenheit unterschiedlich genutzt wurde. Die Bezeichnungen „Hirschwiese“ und „Fasanenwäldchen“ sind Hinweise darauf, dass im Park einmal ein Wildgehege untergebracht war. Vor einigen Jahren konnten ein historisches Boskett und eine Fußgängerbrücke über die Ems wiederhergestellt werden. Diese Brücke aus Holz und Stahl liegt hinter der Orangerie und verbindet Garten und Park von Schloss Rheda.
Auf einer eigenen Insel folgt die Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden, welche den Zugang zum Schloss Rheda auf der Hauptinsel schützen sollte. Diese Struktur gilt als typisch für viele Wasserburgen im Münsterland.

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