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Schloss- und Auenpark Neuhaus in Paderborn

Im Zuge der Landesgartenschau im Paderborner Stadtteil Schloss Neuhaus entstand 1994 der heutige Schloss- und Auenpark. Er setzt sich aus dem in Teilen wieder hergestellten Schlosspark der einstigen bischöflichen Residenz und dem Erholungsgebiet der ökologisch gestalteten Auenbereiche von Alme, Lippe und Pader zusammen.
Schloß Neuhaus liegt auf einer durch die drei Gewässer gebildeten Halbinsel. Das ursprünglich bischöfliche Residenzschloss wurde in mehreren Bauabschnitten zwischen 1370 und 1597 erbaut. Zu dieser Zeit existierte an diesem deutschlandweit bedeutsamen Schloss bereits ein Renaissancegarten. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage unter dem mächtigen Kölner Kurfürsten und Paderborner Fürstbischof Clemens August von Bayern zur repräsentativen Barockresidenz ausgebaut.
Mit der Säkularisation verfiel der Park innerhalb weniger Jahre und die Schlossinsel wurde fast zwei Jahrhunderte lang als Militärstandort genutzt.

Die „Wiedergeburt“ des barocken Gartens geschah 1994 anlässlich der Landesgartenschau. Teile des Barockgartens wurden detailgetreu wieder hergestellt. Nach Originalplänen aus dem 18. Jahrhundert bilden nun wieder niedrige Buchsbaumhecken die Umrisse des barocken Parterres. Roter Ziegelsplitt, weißer Marmorkies und schwarzer Hammerschlag konturieren die ornamentalen Strukturen. Dazwischen lockern grüne Rasenflächen die strenge Ordnung auf. Eingerahmt wird dieser Teil des Gartens von Blumenrabatten. Besonders im Frühjahr und Sommer bildet der Parterrebereich mit seiner wechselnden Bepflanzung und den Wasserspielen die Hauptattraktion für die Besucher.
Der Rekonstruktion des großen Barockgartens wurden durch verschiedene Gebäude jedoch deutliche Grenzen gesetzt. Daher wurde auf die Wiederherstellung der großen Fontäne verzichtet und stattdessen an dieser Stelle ein Brunnentheater errichtet. Der ursprüngliche Umriss des Fontänebeckens ist jedoch durch Pflasterung sichtbar gemacht worden. Von der Plattform des Brunnentheaters ergeben sich sehr schöne Ausblicke über das Parterre hinweg auf das Schloss mit der wiederhergestellten Gräfte und den Lindenalleen. Hier hat man zugunsten der Erhaltung des alten Baumbestandes von einer vollständigen Neupflanzung abgesehen.
Sehenswert sind auch die originalen barocken Gartenskulpturen am Bürgerhaus. Sie symbolisieren die zwölf Monate des Jahres.
Leicht zu übersehen ist der wiederhergestellte Kabinettsgarten auf der Stadtseite, der direkt vor dem ehemaligen Arbeitszimmer von Fürstbischof Clemens August liegt.

Die Gräfte – der das Schloss umschließende Wassergraben –, das teilrekonstruierte Barockparterre mit den begleitenden Lindenalleen und die historischen Gartenskulpturen vermitteln heute wieder einen nachhaltigen Eindruck von der Pracht der Gartenanlage zu Zeiten der Fürstbischöfe.

Im Norden des Parks endet die Lindenallee am Geophytenwäldchen. Auf dem Waldboden entfaltet sich im Frühling ein prachtvolles Blütenmeer aus Anemonen und anderen Frühblühern. Weiter westlich erlebt man am Zusammenfluss der wasserreichen Alme und Lippe das Thema Wasser in ganz eigener Weise. Im Sommer kann man zudem seine Füße im flachen Wasser kühlen.

Im Rahmen der Landesgartenschau 1994 wurden die Flussauen und die intensiv landwirtschaftlich genutzten, von Straßen zerschnittenen Flächen im Auenpark für die Erholung nutzbar gemacht. Damit führt heute die an dem Motto „Lebensraum Flussaue“ orientierte Grünverbindung – begleitet von Spielplätzen und Erlebnisräumen – aus dem Paderborner Stadtzentrum über Schloss Neuhaus bis hin zum Lippesee.

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