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Palaisgarten Detmold

Der Garten mit dem Neuen Palais war bis 1919 in den Händen des lippischen Fürstenhauses.  Als Fürst Leopold IV. abdankte, ging das Ensemble in den Besitz des Landes Lippe über und wurde öffentlich zugänglich. Seitdem können Besucher im Palaisgarten von Detmold 300 Jahren Gartenkunst nachspüren. Noch immer sind Brunnen und Wasserfontänen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb und alte wie exotische Bäume zu bewundern. Aus den heimischen Pflanzen ragen Tulpenbäume, Flusszedern und sogar zwei Mammutbäume hervor, die Fürst Leopold III. 1858 von einer Italienreise für den Palaisgarten mitgebracht hatte.

Auffällig sind auch Rondelle aus heimischen Linden, Eichen und Ahornen, die einzelne Teile des Parks betonen. Die sogenannten 12 Apostel bilden die markanteste Baumgruppe: Elf alte Linden wachsen im Kreis um einen weiteren Baum im Zentrum. Von hier können Besucher weit in das umgebende lippische Bergland hinein oder zum Schwanenteich mit dem beeindruckenden Mammutbaum hinüber blicken.

Auf rund 7,5 Hektar erstreckt sich der Palaisgarten, der zu den herausragenden historischen Grünanlagen in der Region zählt. Er hat das 1717 fertiggestellte Lustschlösschen des Grafen Adolph zur Lippe umgeben und bildet seitdem den Wandel der Gartengeschichte ab. Deshalb wurde der Garten zusammen mit dem Neuen Palais im Jahr 1984 in die Denkmalliste aufgenommen.

Das barocke Schlösschen – zunächst Favorite genannt – lag vor den Toren von Detmold am Friedrichstaler Kanal. Es war umschlossen von einem Burggarten mit hohen Mauern und axial angelegten Wegen. An der Favorite befand sich ein zeittypisches Broderieparterre mit einem runden Fontänenbecken, an das sich Pflanzenbeete sowie Flächen für Obst und Gemüse anschlossen.

Bis heute sind Reste aus dieser Zeit im Palaisgarten sichtbar: im Norden und Osten eine hohe Bruchsteinmauer, in der Nähe der kleinen Kaskade die südliche Außenmauer und der Steinerne Tisch, eine mehr als fünf Tonnen schwere Tischplatte, die ursprünglich als Trittplatte vor dem Gartenportal zum Lustschlösschen lag. Nach dem Tod des Grafen diente das Lustschloss seiner zweiten Frau Gräfin Amalia von Solms-Hohensolms noch 28 Jahre als Witwensitz.

Schließlich machte Fürst Leopold III. das Detmolder Palais zu seinem dauerhaften Wohnsitz und ließ den geschlossenen barocken Garten ab 1851 zum Landschaftspark umgestalten. Es wurden weite und abwechslungsreiche Wiesenräume geschaffen, die an den Rändern mit ausländischen Bäumen bepflanzt wurden. Die angelegten Brunnen und Wasserfontänen gelten als die ersten Wasserspiele, die mittels Pumptechnik betrieben wurden. Eine Francis-Turbine machte das Wasser aus dem Friedrichstaler Kanal für den Palaisgarten nutzbar.

Sämtliche Fontänen sind noch heute in Betrieb und im Sommer eine besondere Attraktion. Dazu gehören die aus mächtigen Steinblöcken errichtete Große Kaskade und Kleine Kaskade sowie ein ovales Bassin mit hoher Fontäne. Der Delphinbrunnen und der Schwanenteich sind leicht zu erkennen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Hochschule für Musik im Palaisgarten von Detmold ihre Heimat. Dazu gehört ein verschiefertes Konzerthaus, dass in den 1960er-Jahren im Süden des Parks errichtet und vom prominenten Gartenarchitekten Hermann Mattern in die Grünanlage eingebunden wurde.

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