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Paderanlagen in Paderborn

Inmitten der Stadt Paderborn entspringt der namengebende Fluss Pader: Ein kurioses Gewässer, das sich aus über 200 Quellen speist und schon nach vier Kilometern in die Lippe mündet. Entlang des Wasserlaufes liegen die Paderanlagen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg über mehrere Jahrzehnte entwickelt haben. Zuvor waren die Ufer der Pader dicht mit Wohnhäusern bebaut oder wurden als Waschplätze und Bleiche genutzt.

Nachdem die Paderborner Altstadt im Krieg fast vollständig zerstört worden war, wurde der Wiederaufbau mit dem Ziel eingeleitet, das Quellgebiet der Pader zu einer vielfältigen Grünanlage zu entwickeln.

So erlauben die Paderanlagen seit 1955 freie Blicke auf den Dom, den Abdingkirchhof und die Gaukirche, die es im mittelalterlichen Stadtbild noch nicht gegeben hat. Durch zahlreiche Grünräume können die Besucher nun vom Dom bis zu den Paderwiesen außerhalb der Altstadt spazieren. Später wurden die Anlagen in Richtung Schloss Neuhaus ausgebaut. Der Fluss wurde 1981 um den fast sieben Hektar großen Padersee ergänzt, ein Hochwasserrückhaltebecken, das auch für Freizeitaktivitäten genutzt wird.

Das Wasser und speziell die vielen Quellen der Pader spielen eine besondere Rolle in der Grünanlage: Die meisten Quellen tragen Namen, so sind die Bornepader, die Dammpader und die Warme Pader durch aus Naturstein gefasste Quellbecken und Kaskaden hervorgehoben. Dadurch wirkt das fließende Wasser nicht nur optisch, sondern auch akustisch auf die Besucher. Das Quellgebiet steht heute als weitgehend erhaltene Parklandschaft unter Denkmalschutz: Die Quellbecken mit ihren leicht geschwungenen Ufern, die Verwendung von Natursteinen für Mauern, Treppen sowie Plätzen, die klar geführten Wege und die großzügigen Rasenflächen sind typische Elemente der Gartenarchitektur der1950er-Jahre.

Ursache für die vielen Quellen ist die südlich der Stadt gelegene Paderborner Hochfläche. Sie besteht aus porösem Kalkstein, so dass versickernder Regen erst einige Kilometer entfernt über wasserundurchlässige Schichten wieder als Quellwasser an die Oberfläche tritt.

Weitere Paderquellen entspringen am Geißel'schen Garten, einem ehemals repräsentativen Privatgarten, der heute ein öffentlicher Park ist. Entlang der sich vereinigenden Paderläufe führt ein Fußweg zur Stümpels Mühle, der einzigen noch erhaltenen Wassermühle von ursprünglich fünf Exemplaren.

Bewachsen sind die Paderanlagen von Bäumen mit lichtdurchlässigen Kronen wie Hänge-Birken und Silber-Weiden. Zudem gliedern Hecken den Park in verschiedene Räume mit Sitzplätzen, Spielplätzen, Ruhezonen und Zugängen zum Wasser. Insgesamt ist es gelungen, das bestimmende Thema Park am Wasser mit einfachen Mitteln zu inszenieren.

Jenseits der Paderborner Innenstadt wird der Fluss bis zum Padersee von einer naturnahen Auenlandschaft begleitet. Dort führt der Weg durch Feuchtwiesen, Röhricht und kleine Auenwälder, wo sogar Graureiher an ihren Rastplätzen beobachtet werden können. Vom Padersee kann der Weg bis zum 2,5 Kilometer entfernten Schloss Neuhaus fortgesetzt werden. Unterwegs beginnt schon der Schloss- und Auenpark, mit dem die Paderanlagen zur Landesgartenschau 1994 vollendet wurden.

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