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Landschaftspark Rheder in Brakel

Vor über 250 Jahren entstand der Landschaftspark in Brakel-Rheder, den heute die räumlichen Inszenierungen der amerikanischen Künstlerin Jenny Holzer und des amerikanischen Dichters Henri Cole schmücken. Sie haben die unberührte Natur in ihr Werk eingebunden und über 30, teilweise verrottende Baumstämme mit Texten versehen. Seit 2003 sind diese Inszenierungen entlang der Wege und im Unterholz zu finden.

Ein erster Landschaftspark wurde in Rheder in der Zeit der späten barocken Gartenkultur angelegt. Im Jahr 1750 ließen Franz Joseph Freiherr von Mengersen und seine Frau ein schlichtes zweigeschossiges Herrenhaus mit – bis heute – rosafarbenem Anstrich erbauen und einen zugehörigen Park anlegen. Schon im 14. Jahrhundert hatte die Familie von Mengersen die ausgedehnten Ländereien im Tal der Nethe vom Paderborner Fürstbischof als Lehen erhalten.

Im Jahr 1686 erteilte dieser auch das Privileg, „Bier zu browen und auszuschenken“, das seitdem in einer Dampfbrauerei hergestellt wird. Dafür wurden 1710 die Felsenkeller und 1800 mehrere Eisteiche am Rand des Parks angelegt. Südlich des Wegs zur Nethe sind noch heute die Umrisse dieser Eisteiche zu erkennen, die früher das Kühlmittel für das Bier lieferten. Die Felsenkeller werden bis heute zum Gären und Lagern genutzt, denn die Gräflich von Mengersen'sche Dampfbrauerei befindet sich immer noch im Familienbesitz.

Durch zahlreiche Reisen inspiriert wandelte Bruno von Mengersen den Park ab 1838 zu einem klassischen Landschaftsgarten mit rund 70 Hektar um. Er orientierte sich an den gartenkünstlerischen  Theorien des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau und verzichtete auf fremdländische Bäume. Stattdessen sollten heimische Laub- und Nadelbäume den Park in verschiedene Grüntöne tauchen. Noch ehe das Laub an den Bäumen austreibt, um den Park grün zu färben, bilden Frühlingsblumen wie Bärlauch, Buschwindröschen und Lerchensporn einen Blütenteppich auf dem Waldboden.

Die natürlichen Eigenschaften des Nethetals und des Siesebergs hat Bruno von Mengersen so geschickt genutzt, dass die Anlage noch heute wie ein romantisches Landschaftsgemälde wirkt. Seinen wie gemalt wirkenden Charakter hat der – mittlerweile verkleinerte – Park in Rheder über die Jahrzehnte erhalten, so dass er seit 1949 unter Naturschutz steht. Eine einladenden Steinbrücke, an der eine künstliche Quelle entspringt, und die Teichinsel mit der Madonnenstatue gehören zu den ursprünglichen Elementen des Landschaftsparks.

Zu den gestalterischen Höhepunkten führen Wege mit vielen Aussichten. Eine ist der so genannte Pückler-Schlag – eine Sichtachse, die vom Schloss zum gegenüber gelegenen Sieseberg verläuft. Vom Berg bietet sich ein harmonischer Blick über das Flusstal und das Dorf Rheder mit der Katharinenkirche, die ein Frühwerk des barocken Baumeisters Johann Conrad Schlaun ist. Dieser wurde 1716 zusammen mit den bekannten westfälischen Baumeistern Lambert Friedrich von Corfey und Gottfried Laurenz Pictorius mit dem Bau der Vorburg samt Wassergraben am Schloss beauftragt. Bis heute beeindrucken das gelbe Barockgebäude und seine Achteckpavillons. Die seitlich an das Schloss angebaute Orangerie öffnet im Sommer für Besucher.

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