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Kurpark Bad Oeynhausen

Die Besucher begeben sich in Bad Oeynhausen auf die Spuren der mondänen Kultur des Kurens und Badens, die Anfang des 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Ein monumentales Kurhaus wurde 1908 am höchsten Punkt im Park eröffnet, um Oeynhausen als Kurbad von Weltrang zu etablieren. Seine Fassade erinnert an barocke Schlossbauten, während das Innere nach dem Vorbild der Pariser Oper gestaltet ist. Hier hat das anspruchsvolle GOP Varieté - Theater Kaiserpalais Bad Oeynhausen heute seine Heimat.

Knapp 70 Jahre früher entdeckte Carl August Freiherr von Oeynhausen eine Heilquelle mit Thermalsole, die zum Herzstück des Kurortes wurde. Von Preußen gefördert, nannte  sich Oeynhausen ab 1845 „Königliches Bad“.

Den Kurpark plante der Generaldirektor der königlichen Gärten in Preußen und bedeutendste Gartenkünstler seiner Zeit Peter Josef Lenné zwischen 1851 und 1853 als hufeisenförmigen Landschaftspark, dessen Grundriss bis heute erkennbar ist. Zu seinem Vermächtnis gehört auch der alte Baumbestand im östlichen Teil des Parks.

Das älteste erhaltene Gebäude ist das spätklassizistische Badehaus I., das 1852 bis 1857 von Carl Ferdinand Busse erbaut wurde. Er hat 1860 auch den nahegelegenen Trinkpavillon entworfen. Hier wurde Mineralwasser aus in- und ausländischen Quellen an die Kurgäste ausgeschenkt. Als die Hochzeit des Kurens anbricht, wurde 1885 auch das repräsentative Badehaus II eingeweiht, das stilistisch Neorenaissance und Neobarock kombiniert. Das Kurtheater von 1915 und die  neoklassizistische Wandelhalle von 1926 vervollständigen das Gebäudeensemble.

Weil sich die Stadt um den 26 Hektar großen Kurpark entwickelte, bildet er heute den Stadtkern von Bad Oeynhausen. Diese zentrale Funktion unterstreichen der umgebende Corso – eine Alleestraße – und die beiden neugotischen Kirchen am Rand des Parks. 1874 wurden die katholische Kirche am Westkorso und die evangelische Kirche am Ostkorso fertiggestellt. Besucher finden diese historischen Gebäude noch heute, wobei die evangelische Kirche nach einem Brand 1956 neu erbaut werden musste.

Die erste Phase der umfassenden gärtnerischen Gestaltung schloss der Gartenarchitekt Fritz Gude kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts im südlichen Teil des Parks ab. Die zweite Phase prägte Reinhold Hoemann, der vor dem 1908 fertiggestellten Kaiserpalais, dem ehemaligen Kurhaus, ein großes Parterre anlegt. Seitdem bestimmte den Landschaftspark eine breite Achse zwischen Kaiserpalais und Wandelhalle mit einem Springbrunnen in der Mitte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Kurbad zunächst seine eigentliche Funktion, denn die britische Armee wählt Bad Oeynhausen als Hauptquartier. Das wirkte sich auf die Natur und Gebäude im Kurpark aus: Die Anlage wurde mit Stacheldraht eingezäunt und viele Bäume wurden zu Brennholz verarbeitet. Das Kaiserpalais wurde zur Kantine, während die Badehäuser als Büros und Lagerräume dienten. Als das Militär 1953 abzog, konnte die dritte gärtnerische Phase beginnen.

Der Generalplan von Hermann Mattern modernisierte den Kurpark: Das große Rasenparterre verwandelte sich in eine unregelmäßige Wiesenfläche und die geometrisch ausgerichteten Blick- und Wegachsen verschwanden. Im Süden wurden die seit 1926 sprudelnde Jordanquelle, ein Thermalbad und eine Klinik in den Kurpark einbezogen.

In den 1980er-Jahren wurden einige Umgestaltungsmaßnahmen der 1960er-Jahre zurückgenommen: Der Bereich zwischen der Wandelhalle und dem Kurtheater wurde nach historischen Vorlagen neu gestaltet und zuletzt der Platz um die Mittelfontäne im Zentrum des Parks überarbeitet. Auch die Achse zwischen Kaiserpalais, Springbrunnen und Wandelhalle ist inzwischen wiederhergestellt. Seit 2009 präsentiert sich der Platz vor dem Kurhaus mit einem Wasserfontänenfeld wo Wasser aus 36 beleuchteten Düsen emporsteigt.

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