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Klostergärten Herzebrock in Herzebrock-Clarholz

Das ehemalige Kloster Herzebrock mit seinen Grünanlagen können Besucher auf einem Rundgang entdecken: Die geschwungenen Wege führen durch Gärten und zeigen das über 1100 Jahre alte Kloster aus verschiedenen Blickwinkeln. Den historischen Haupteingang markieren zwei alte Torpfeiler an der Klosterstraße. Früher führte eine Brücke in das Kloster, das von einem Wassergraben, langgezogenen Teichen und einer hohen Mauer umgeben war. Teile der Mauer sind noch entlang der Gütersloher Straße erhalten.

Bereits um 860 gründete eine Frau namens Walburga, die vermutlich aus einer sächsischen Adelsfamilie stammte, das Kloster Herzebrock für Töchter des niederen Adels als Kanonissenstift. Diese Frauen hatten eigene Wohnungen, eigenes Vermögen und eine eigene Dienerschaft. Auch besaßen sie das Recht, das Stift zu verlassen. Weil die Frauen aber immer seltener ihren Pflichten nachkamen, wurde das Stift 1208 in ein strengeres Benediktinerinnenkloster umgewandelt. Nun führten Nonnen, die das ewige Gelübde abgelegt hatt, ein Leben nach der Ordensregel „bete und arbeite“ sowie den Idealen Armut und Keuschheit.

Entsprechend den Regeln der Benediktinerinnen dienten die Gärten mit ihren Teichen vor allem der Versorgung des Klosters und des benachbarten Pastorats mit frischem Obst, Gemüse und Fisch. Damals lag die über vier Hektar große Klosteranlage in einer von Wäldern und Landwirtschaft geprägten Gegend – inzwischen bildet sie eine grüne Oase im Zentrum von Herzebrock, einem Stadtteil der Gemeinde Herzebrock-Clarholz.

Zwischen 2002 und 2004 wurden die Gärten saniert, nachdem sie stark von Bäumen zugewachsen waren. Seitdem weisen alte Obst- und Walnussbäume wieder auf die einstige Versorgungsfunktion der Gärten hin. Auch die historischen Fischteiche und die vorgelagerten Bleichwiesen haben ihren offenen Charakter zurückerhalten. Einige Bäume wurden entfernt, um Blickbeziehungen zu den Klostergebäuden und der Kirche wieder herzustellen.

Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirchenschiff wurde nach 1474 durch ein spätgotisches Langhaus ersetzt, allerdings blieb der romanische Turm erhalten. Gleichzeitig errichtete man den Kreuzgang des Klosters. Nach vielen Jahrhunderten wurde die Kirche um 1900 zu einer kreuzförmigen Basilika erweitert. Der Kirchplatz mit Linden war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Friedhof, wovon noch die Kreuzigungsgruppe zeugt.

Durch den Umbau der Kirche wurde der Kreuzgang teilweise zerstört. Einige Fragmente sind noch auf der östlichen Seite des Kreuzhofes erhalten, auf welche die neu angelegten kreuzförmigen Wege Bezug nehmen. Zusätzlich markiert eine Hecke den ehemaligen Standort des nördlichen Seitenflügels.

Ein weiterer Platz erstreckt sich als Ehrenhof vor dem Pfarrhaus, dort steht heute eine Statue des heiligen Nepomuk. Der Bau des Pfarrhauses an der Ostseite hatte 1712 die barocke Phase im Kloster Herzebrock abgeschlossen. Zuvor waren 1689 das Laienschwesternhaus und 1696 das zweigeschossige Konventshaus entstanden. Letzteres beherbergte das Dormitorium, das Refektorium und auch die Wohnung der Äbtissin. Noch erhalten sind der Ost- und Nordflügel, in denen Wohnungen und die Heimatstube Herzebrock-Clarholz untergebracht sind.

Vom Ehrenhof führt der Weg durch einen Torbogen in den Konventsgarten mit vielen Obstbäumen. Denn nach der Säkularisation 1803 wurden die Gärten des Klosters von Pächtern und Pastoren vor allem landwirtschaftlich genutzt. Damals ging das Kloster an den Grafen Moritz Casimir II. von Bentheim-Tecklenburg über, der einige Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie das Pfortenhaus abreißen ließ.

Nicht vom Besitzerwechsel betroffen waren die Kirche und das Pfarrhaus mit seinem Garten. Dieser Pfarrgarten präsentiert sich heute als Landschaftspark, der fast vollständig zugänglich ist. Dort sind Blicke auf die innere Seite der Klostermauer mit ihren Bögen möglich. Hecken aus Hainbuchen markieren frühere Nutzungsgrenzen. Eine reizvolle Station beim Rundgang ist auch ein Rosengarten, der barockzeitlichen Vorstellungen nachempfunden ist und von einer alten Weißdornhecke eingerahmt wird.

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