Karte Münsterland Ostwestfalen-Lippe Ruhrgebiet Südwestfalen
Filteroptionen

Filteroptionen









Bielefeld, Japanischer Garten

Mit dem nach den Regeln der Zen-Gärten im Stil der frühen Edozeit (1603 – 1868) gestalteten Japanischen Garten in Bielefeld wurde ein Ort der Meditation geschaffen.

Der Garten ist nach dem Prinzip des Trockenlandschaftsgartens angelegt. Auf einer Fläche von fast 1000 Quadratmetern wurden 70 Tonnen Fels und Kies verbaut. Die vielen verschiedenen Gehölze und Stauden sorgen durch ihr den Jahreszeiten entsprechendes Aussehen für einen stetigen Wandel des Gartens. Im Laufe des Jahres wird so der Besuch des Japanischen Gartens zu einer immer wieder neuen Erfahrung.

Vor allem im Frühjahr und im Herbst ist der Besuch ein besonderes Erlebnis. Im Frühjahr, zur Zeit der Kirschblüte, beeindrucken über 70 Azaleen und Kirschbäume mit ihren duftenden Blüten. Wenn die zarten Blütenblätter durch eine leichte Brise herabfallen, wird der Besucher durch die Schönheit des Augenblicks verzaubert. Im Herbst, wenn die Blätter von Ahorn und Kirsche von bronzefarbig bis feurigrot leuchten, ist jede Herbstmelancholie weit entfernt.

Japanische Gärten stellen idealisierte, abstrahierte Landschaften dar, die aufgrund ihrer durchkomponierten Gestaltung nach genau definierten Regeln als Gesamtkunstwerk zu verstehen sind. Der asymmetrische Rhythmus der Farben und Formen erzeugt Spannung. Grundgerüst der Gestaltung sind die Steinsetzungen. Sie geben dem Garten, verwoben und akzentuiert mit der Topografie, seinen landschaftlichen Charakter.

Meist sind Japanische Gärten nicht begehbar, sondern werden in Gedanken durchwandert. Angeleitet wird der gedankliche Spaziergang mit Schrittsteinwegen, die das Auge des Betrachters durch das Gartenbild leiten. Die Wegsequenzen sind dabei so geführt, dass der Blick des Besuchers auf besondere Elemente gelenkt und diese so akzentuiert werden. In Bielefeld sind dies die  typischen Steinlaternen oder die rund 80 Jahre alten Großbonsais. Spiritueller Mittelpunkt ist die Kranichinsel im Zentrum des Gartens, die von einer sehr wertvollen zweistämmigen Formkiefer geschmückt wird. Sie stellt einen Kranich dar, der als Symbol des Glücks und der Langlebigkeit verehrt wird.

Die Gartenmauer dient dem Garten als Rahmen, der die Umgebungsstrukturen neutralisiert und unerwünschte äußerliche Einflüsse abwehrt. Die große Gartenpforte und die Mauerfenster ermöglichen dennoch gezielte Einblicke und vermitteln ein Gefühl von Offenheit und Transparenz. Das hölzerne Tor symbolisiert den Himmel. Entsprechend der japanischen Tradition wird es nur zu besonderen Anlässen und Feiertagen geöffnet.

Der von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft im Jahre 2003 nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Hartmut R. Raible, Mainz, angelegte Japanische Garten am Ausbildungs- und Tagungshotel Lindenhof des Berufsbildungswerkes Bethel in Bielefeld ist einmalig unter den Gärten der Region. Schirmherren waren seine königliche Hoheit Kronprinz Naruhito und der damalige Bundespräsident Dr. Johannes Rau.

Die Deutsch-Japanische Gesellschaft wurde 1989 ins Vereinsregister eingetragen und verfolgt seitdem das Ziel, der Region Ostwestfalen-Lippe die fernöstliche Kultur mit anspruchsvollen Veranstaltungen näher zu bringen. Hierzu gehörte auch der Wunsch, einen Japanischen Garten in Bielefeld zu realisieren.



Willkommen im Portal der Gartenkultur in Westfalen-Lippe!

Diese Seite bietet Ihnen umfangreiche Informationen zu Gärten und Parks in Westfalen. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt an Anlagen in der Region, von den Gärten an mittelalterlichen Klosteranlagen über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Erfahren Sie hier mehr über die 120 Gärten und Parks – von der Geschichte der Anlagen über die oftmals im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen bis zu ihrer heutigen Nutzung.