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Gärten am Mallinckrodthof in Borchen

Die Geschichte des Herrensitzes Mallinkrodthof in Borchen bei Paderborn reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Das heutige Herrenhaus erbaute Moritz-Wilhelm von Oeynhausen als Landsitz. Nach seinem Tod 1702 wechselten lange Zeit die Besitzer, bis Hermann von Mallinckrodt 1871 Eigentümer des Hauses wurde. Ende des 19. Jahrhunderts ließ die Familie Mallinckrodt viele der historischen Wirtschaftsgebäude abbrechen und das Haupthaus in südlicher Richtung über den Wassergraben hinweg erweitern sowie eine doppelläufige Treppe zum Park hin errichten. Zu dieser Zeit wurde vermutlich auch ein Park südlich des Hauses angelegt. Wegen der vielen Eigentümerwechsel gibt es heute kaum noch Unterlagen über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Parks.

Das zwischenzeitlich Haus Borchen genannte Anwesen wurde 1911 von der Gesellschaft für landwirtschaftliche Frauenbildung in Paderborn erworben und wird seitdem als Land- und Hauswirtschaftsschule genutzt. Ursprünglich lag ein Schwerpunkt der Ausbildung im gartenbaulichen Bereich, weshalb der gesamte östliche Teil des Gartens, die heutige Wiese, als Nutzgarten bewirtschaftet wurde.
 
Der Mallinckrodthof wird bis heute durch das barocke Herrenhaus geprägt, das von einer Gräfte umgeben ist. Sie wird von mehreren Quellen gespeist und wurde vor einigen Jahren saniert.
Insgesamt lassen sich die Außenanlagen in drei Bereiche einteilen. Vom Parkplatz kommend erreichen die Besucher zunächst das Herrenhaus und die kleine Gartenanlage mit einem Pavillon, dem „Annetten-Tempelchen“. Von ihm heißt es, dass sich hier die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff aufgehalten und einen Teil der „Judenbuche“ verfasst haben soll.

Über eine kleine Brücke östlich des Hauses erreicht man den Rosen- und Bauerngarten. Im Jahr 1997 erwachte die alte Tradition des Gartenbaus am Mallinckrodthof mit einer umfassenden Modernisierung des Rosen- und Bauerngartens. Unmittelbar am barocken ehemaligen Kuhstall gelegen, wurden hier zahlreiche Rosensorten sowie Hochstammrosen angepflanzt. Nach alten Vorbildern entstand der Bauerngarten mit einem kreuzförmigen Grundriss und Beeteinfassungen aus Buchsbaum. Im Bauerngarten sind heute verschiedenen Nutz- und Zierpflanzen zu finden. Neben typischen Stauden wie Rittersporn, Küchenschelle oder Tränendes Herz und bekannten Gewürzpflanzen wie Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel finden sich auch alte Heilkräuter wie Lavendel, Salbei und Pfefferminze.

Südlich des Herrenhauses liegt der großzügige Landschaftspark. Das sanft zur Aue des Flüsschens Altenau abfallende Gelände wird von einem alten Baumbestand gesäumt. In dessen Zentrum befindet sich eine große Wiese mit Obstbäumen, die bis heute der Versorgung des Hofes dienen. In der südlichen Ecke des Parks befindet sich ein historischer Felsenkeller. Das Eingangsportal des Kellers war ursprünglich mit einer steinernen barocken Christusfigur bekrönt. Diese ist heute an der nordwestlichen Ecke der Gräfte aufgestellt. Vom Felsenkeller führt der Weg durch eine alte Lindenallee wieder zurück zum Herrenhaus.

In den letzten Jahren wurden die Räume des Haupthauses und das südöstlich vom Haupthaus gelegene Alte Waschhaus von der Gemeinde Borchen weitgehend erneuert und modernisiert. Das Haupthaus beherbergt nun ein Café und repräsentative Räume der Gemeinde Borchen wie das Standesamt und Vereinsräume. Das Alte Waschhaus dient mit seinen modernisierten Unterrichtsräumen auch dem Studieninstitut Soest und der Volkshochschule Borchen.

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