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Dalheimer Klostergärten in Lichtenau

Gut ein Viertel der 7,5 Hektar großen Klosteranlage nehmen die Dalheimer Klostergärten ein. In Anlehnung an die historischen Gärten des Klosters Dalheim geben sie einen lebendigen Eindruck vom weiten Spektrum der klösterlichen Gartenbaukunst in Mittelalter und Barock. Die präsentierten Gartentypen reichen vom mittelalterlichen Kräutergarten und dem ehemaligen Paradiesgarten im Kreuzhof des Klosters über den repräsentativen Langen Garten des Klostervorstehers bis zum barocken Konventgarten. Einst allein den Dalheimer Ordensleuten vorbehalten, bezaubern sie heute die Besucher des Museums mit einer Fülle von Heil-, Zier-, Nutz- und Symbolpflanzen wie sie seit jeher in Klostergärten kultiviert wurden.

Begleitende Texte vermitteln an ausgewählten Standorten wissenswertes rund um das Thema Klostergärten, erläutern Anlage und Bepflanzung vor Ort und stellen einige der historischen Pflanzenarten vor.

Das heutige Erscheinungsbild des Konventgartens basiert auf der barocken Gartenanlage, die in den 1720er-Jahren errichtet wurde.
Der Konventgarten besteht aus sechs Terrassen und erstreckt sich bis ins Tal der Anlage. Neupflanzungen revitalisieren auf den oberen Terrassen den klösterlichen Obstgarten.
In insgesamt 20 Beeten stellt der Dalheimer Konventgarten auf der Hauptterrasse die typischen Pflanzen eines Klostergartens vor und erläutert ihre Bedeutung. Rund um den zentralen Springbrunnen finden sich tränende Herzen, Mariendisteln, Schachbrettblumen und Kapuzinerkresse.
Unterschieden wird in Heil-, Zier-, Nutz- und Symbolpflanzen. Fünf Heilpflanzenbeete präsentieren Pflanzen wie sie in Tropfen, Pillen, Salben, Pest- und Seelenarznei zum Einsatz kamen. Der Prälaturgarten – auch „Langer Garten“ genannt – ist beispielhaft für die repräsentative Gestaltung der Barockgärten.

Als einziger Teil der Dalheimer Klostergärten war der Prälaturgarten allein dem Prior, dem Klostervorsteher, vorbehalten. Eine heute in moderner Form wiederhergestellte Toranlage trennt ihn vom Konventgarten.
Von seinem Wohntrakt, der Prälatur, aus hatte der Prior einen direkten Zugang zu seinem Garten. Hier empfing er auch Gäste. Sie müssen von der an barocke Schlösser erinnernden Anlage beeindruckt gewesen sein.
Die prächtige Ausgestaltung der barocken Klosteranlage und ihrer Gärten zeugt vom Machtanspruch des Dalheimer Klosters im 18. Jahrhundert.

Der Dalheimer Kräutergarten ist in seiner heutigen Form historisch nicht belegt. Als Museumsgarten nahe der Ruine des barocken Klosterkrankenhauses weist er auf die große Bedeutung der Klostermedizin hin.
Mit der Anweisung, welche Heilkräuter in den Klöstern angebaut werden sollten, schuf Karl der Große im 9. Jahrhundert die Grundlage für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Seine Landgüterverordnung beschreibt unter anderem 40 Heilkräuter, die in allen kaiserlichen Gütern und Klöstern des Reiches angepflanzt werden mussten, darunter Salbei, Anis, Fenchel, Malve, Melisse und Pfefferminze. Eine Auswahl dieser Pflanzen findet sich auch im Dalheimer Kräutergarten.
 

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Diese Seite bietet Ihnen umfangreiche Informationen zu Gärten und Parks in Westfalen. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt an Anlagen in der Region, von den Gärten an mittelalterlichen Klosteranlagen über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Erfahren Sie hier mehr über die 120 Gärten und Parks – von der Geschichte der Anlagen über die oftmals im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen bis zu ihrer heutigen Nutzung.