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Wildpark in Dülmen

Viele malerische Blicke auf den Herzteich im Wildpark Dülmen eröffnet ein befestigter Rundweg in der ausgedehnten Anlage, die sich im Süden an die Stadt anschließt. Ebenfalls zu sehen sind das Forsthaus und ein Schafstall aus der Entstehungszeit des Wildparks. Er liegt vor allem auf den Ländereien des ehemaligen Guts Hinderkinck, das erstmals 1341 erwähnt wird. Als letzter trat Cristof Schulte Hinderkinck das Erbe im Jahr 1800 an. Damals stand das Gutshaus innerhalb eines Wassergrabens, dessen Reste im Wildpark noch erkennbar sind. Ein neues Haus, das später mit dem erhaltenen Schafstall ergänzt wurde, ließ Hinderkinck außerhalb dieser Gräfte errichten.

Im Jahr 1860 wurde das Gut mit den meisten Ländereien an den Herzog von Croy verkauft, der seinen Landsitz nahe Dülmen plante. Deshalb entwickelte der englische Gartenkünstler Edward Milner einen Entwurf für einen Landschaftspark, den der Obergärtner Charles Barnard ausführte. Milner hatte auf 120 Hektar nicht nur den prägenden Herzteich mit Holzbrücke geplant, sondern auch Wiesen mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen und kleine Hügel, die für einen englischen Park typisch sind. Dabei wurden die schon vorhandenen Gehölze in die überarbeitete Anlage eingebettet. Auch Barnard hat seine Handschrift bei der Umsetzung hinterlassen, so sind einige Waldstücke aus Nadelbäumen mit lichten Birken gefasst.

Viermal wurde der Park in kurzen Abständen von jeweils rund zehn Jahren erweitert. Die großen Flächen dienten der forstwirtschaftlichen Nutzung und als Rückzugsmöglichkeit für die verschiedenen Wildtiere. Denn in den 1920er Jahren wurden neben dem Damwild auch Rehe und Mufflons gehalten, dazu kamen Wildschweine und Hasen. Einige der westlichen Teile sind heute durch den Bau der Autobahn 43 wieder vom Wildpark abgeschnitten.

Dennoch ist der von Milner geplante Parkteil bis heute vollständig erhalten geblieben und grundsätzlich in seiner historischen Form erkennbar, die weite Blicke in die Landschaft erlaubt. Lediglich einige Aufforstungen und wenige neue Wege entsprechen nicht dem Entwurf von 1864. Inzwischen lebt vor allem Damwild im Wildpark, das sich mit etwas Glück von den Wegen aus beobachten lässt.

Parallel zum Wildpark wurde ein Vorpark angelegt, um das nicht mehr vorhandene Schloss und den Wildpark miteinander zu verbinden. Dort führen geschlängelte Wege an der herzoglichen Eisenhütte vorüber. Diese historischen Verläufe sind noch heute teilweise zu erkennen und auch einige alte Bäume, etwa ein Mammutbaum, wachsen noch immer. Besonders eindrucksvoll ist ein Spaziergang im Frühjahr, wenn im Vorpark ein bunter Teppich aus Buschwindröschen, Lerchensporn, Scharbockskraut und weiteren Frühblühern den Boden bedeckt. Insgesamt ist der Vorpark, der bis zur Altstadt verläuft, weniger gut erhalten als der Wildpark. Für Besucher wurde er mit einem Spielplatz, einer Boulebahn und einem Sitzplatz ergänzt.

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