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Wasserburg Anholt in Isselburg

Nahe der niederländischen Grenze liegt die malerische Wasserburg Anholt mit ihren barocken Gartenanlagen und Lustgärten im französischen Stil. Seit 1811 ist die Wasserburg Anholt der Hauptsitz der Fürstenfamilie zu Salm-Salm.

Das Nebeneinander der Gartenteile aus verschiedenen Epochen der Gartenkunst stellt eine Besonderheit der Anholter Parkanlagen dar. Denn mit der wachsenden Bedeutung der Burg als Residenz ihrer Besitzer ist auch die Weiterentwicklung und Umgestaltung der Garten- und Parkanlagen verbunden. Bei einem Rundgang durch die unterschiedlichen Gartenbereiche gewinnt der Besucher nicht nur einen Einblick in die verschiedenen Gartenstile der Jahrhunderte, sondern auch in den Umgang mit historischer Gartenkunst. Macht man einen solchen Spaziergang im Frühjahr, wird man von einem Meer von Blüten auf der Blumenwiese im landschaftlich gestalteten Gartenbereich beeindruckt. Doch auch zur sommerlichen Rosen- und Rhododendronblüte und im Herbst, wenn sich die Bäume in sämtlichen Rot- und Orangeschattierungen verfärben, ist die Wasserburg Anholt ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie.

Die Vorburg auf einer Insel erhielt im 17. Jahrhundert ihre heutige Gestalt. Die Zufahrt zur Vorburg erfolgt über eine hölzerne Brücke durch das Eingangsportal in einem mit einer Zwiebelhaube hervorgehobenen Torturm. Am Beginn der Auffahrt zur Vorburg befinden sich noch heute zwei Mühlengebäude aus dem 18. Jahrhundert, die den Wasserabfluss des Burgteiches flankieren. Eine Figur des Heiligen Nepomuk steht auf der Brücke zwischen den beiden Wassermühlen.

Mehrere Gartenteile, die im Mittelalter teilweise unzugängliches Sumpfgebiet waren, wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Federführung des Düsseldorfer Hofgärtners Maximilian Friedrich Weyhe im Stile eines Landschaftsgartens nach englischem Vorbild umgestaltet. Edward Milner, ein englischer Landschaftsgärtner, überarbeitete die Anlagen Mitte des 19. Jahrhunderts  behutsam und fügte weitere Wasser- und Rasenflächen sowie den Hirschgarten hinzu. Bis heute beziehen genau geplante Durchblicke die umgebende Landschaft mit ein und eröffnen dem Besucher viele Sichtweisen auf die Anlage.

Einen farbenfrohen Blickfang stellt die Insel im Teich östlich der Burg dar. Besonders zur Blütezeit der Rhododendren im Frühsommer beeindrucken zahllose Farbschattierungen den Besucher. Zu einem ganz besonderen Höhepunkt des Parkbesuchs zählt der Gang durch den Irrgarten. Dieser wurde zwar erst 1987 als Referenz für einen ehemals im Busquett angesiedelten Irrgarten aus Thujahecken angelegt, hat sich aber sehr schnell zu einem der beliebtesten Aufenthaltsorte im Park entwickelt.

Auch das sogenannte Busquett, das nördlich der Burg über eine schmale Zugbrücke mit der Burg verbunden ist, wurde nach französischem Vorbild als wichtiger Teil der klassisch-barocken Gartenanlage rekonstruiert. Dieser geometrisch angelegte Gartenraum ist reich bepflanzt und mit einem lebensgroßen Reiter und einer sinkenden Amazone figural ausgestattet. Wie fast alle der 45 Skulpturen auf Anholt stammen sie vom bedeutenden Bildhauer Johann Wilhelm Gröninger.

Der Wassergarten auf einer Insel im Burgteich gilt als der älteste Teil des Parks. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde dieser Bereich liebevoll als Rosengarten wieder hergerichtet. Den Besucher erwarten dort nicht nur zahlreiche Rosensorten, sondern auch barocke Götterfiguren und Vasen.

Nur wenig außerhalb des Parks wird der Besucher zu einer Kurzreise in die Schweiz eingeladen: Etwa fünf Kilometer entfernt liegt die „Anholter Schweiz“, die Fürst Leopold gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Erinnerung an seine Hochzeitsreise anlegen ließ. Den Besucher erwarten eine Nachbildung des Vierwaldstätter Sees mit einem „Schweizerhaus“ und einer Felsenlandschaft, die der Berglandschaft der Schweiz nachempfunden ist. Die Materialien zum Bau dieses Parkteiles wurden damals eigens per Schiff und Pferdekarre aus der Schweiz an den Niederrhein transportiert. Heute beheimatet der 56 Hektar große Park den „Biotopwildpark Anholter Schweiz“. Entlang eines sechs Kilometer langen Wegenetzes reihen sich weiträumige Großvolieren und Tiergehege mit einheimischen Wildtieren. Die Anholter Schweiz ist dank ihrer Vielseitigkeit ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern.

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