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Tiergarten am Schloss Raesfeld

Das Wasserschloss Raesfeld ist mit dem ausgedehnten Waldgebiet des historischen Tiergartens ein überregional beliebtes Ausflugsziel im Westmünsterland. Der historische Tierpark gilt als einer der letzten aus der Spätrenaissance in Deutschland. Bauherr der Schlossanlage, die ab 1643 gegen Ende des 30-jährigen Krieges auf Grundlage der alten Burg Raesfeld erbaut wurde, war Reichsgraf Alexander II. von Velen.

Einen guten Eindruck von der historischen Gestaltung der gesamten Raesfelder Schlossanlage vermittelt ein detaillierter Plan aus dem Jahr 1729. Er zeigt neben kunstvollen Gärten auch die Anlage des sich weit nach Westen erstreckenden Tiergartens. Mit einer Ausdehnung von mehr als 100 Hektar umfasste der Tiergarten weiträumige Wald- und Heideflächen, Wiesen, mehrere Teiche mit ehemaligen Mühlen sowie Bäche und Quellen. Eingefriedet war das Gebiet damals mit einem etwa fünf Kilometer langen und zwei Meter hohen Erdwall, auf dem ein Palisadenzaun stand.
Die Besonderheit der Raesfelder Anlage ist, dass seit der Entstehungszeit in der Spätrenaissance keine wesentlichen Eingriffe oder Umgestaltungen am Tiergarten durchgeführt wurden. Den heutigen Besucher erwartet daher ein „lebendiges Museum“. Die historische Anlage zeigt eine dem damaligen Ideal entsprechende, für Jagdzwecke kultivierte Landschaft, die jedoch sehr naturnah gestaltet ist und eine geschlossene Gesamtheit darstellt. In das Landschaftsmosaik aus künstlichen Hügeln, Ansitzen und Wällen fügen sich Teiche, Heide- und Wiesenflächen harmonisch ein.

Von den barocken Gärten nördlich des Schlosses ist heute zwar nichts mehr zu erkennen, da  sie mit der Nutzung des Schlosses als landwirtschaftliches Gut in Ackerflächen umgewandelt wurden. Nur westlich vom Schloss am Rande des Tiergartens hat sich bis heute ein Teich mit einer kreisrunden Insel erhalten. Die Insel war damals ein Weinberg, dessen Anhöhe ein plastisch gestalteter Brunnen mit einer großen Springfontäne schmückte.
Unmittelbar an diesen Weinbergteich schließt sich nach Westen der Lange Teich an. Er wurde als barocker Spiegelweiher erst im 18. Jahrhundert angelegt. Die Teiche werden von den Quellen des Mühlenbaches und des Wellbrockbaches gespeist.

Die Sichtachsen durch den Park waren von den Gartenbaumeistern genau geplant. So konnte man die Insel mit dem Weinberg und der Fontäne vom Westflügel des Schlosses aus betrachten. Noch heute können Besucher vom Endpunkt des Teiches aus einen Blick auf die charakteristische Turmspitze des Schlosses werfen.
Der weitere Weg durch den Park führt den Besucher an der Försterei vorbei durch das Herrental zum Ende des Tiergartens. Hier sind noch die Ruinen der größten Mühle erhalten.

Durch behutsame Maßnahmen wurde im Rahmen der Regionale 2004 das ursprüngliche Landschaftsbild des Tiergartens wieder deutlicher erlebbar gemacht. Gerade noch rechtzeitig, denn durch Aufforstungen drohten die abwechslungsreichen Waldungen, Wiesen und Heideflächen im Laufe der Zeit immer mehr zu verschwinden. Durch die Errichtung eines Hegegatters und den anschließenden Neubesatz mit Reh- und Damwild ist der Park heute wieder ein belebter Ort, der dem Besucher die ursprüngliche Funktion solcher historischen Tiergärten in Schlossnähe verdeutlicht: Seit dem späten Mittelalter und besonders zur Zeit der Renaissance und des Barock dienten die von einer Einfriedung umgrenzten und durch lange Sicht- und Wegeachsen gegliederten Anlagen bei Hetz- und Parforcejagden mit Hunden dem Freizeitvergnügen der herrschaftlichen Jagdgesellschaften. Gleichzeitig waren die Tiergärten eine Vorratskammer zur Versorgung mit frischem Wild.
 


Im Naturparkhaus am Rande des Parks beschäftigt sich neuerdings eine Ausstellung mit der Energiewende:

Veränderung der Kulturlandschaft durch die Energiewende“. 380-kV-Erdkabel-Ausstellung im Naturparkhaus Tiergarten Schloss Raesfeld

Die 380-kV-Erdkabel-Ausstellung im Naturparkhaus Tiergarten Schloss Raesfeld gibt einen Überblick zum Thema "Veränderung der Kulturlandschaft durch die Energiewende". In Raesfeld. wurden zum ersten Mal im deutschen Strom-Übertragungsnetz 380.000 Volt-Leitungen in die Erde gelebt. Im Naturparkhaus kann man sich einen Überblick über dieses Projekt verschaffen. Die imposanten 380-kV-Erdkabel mit riesigen Verbindungsmuffen bilden den Mittelpunkt der Ausstellung.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Naturparkhauses kostenfrei zugänglich.

 

Auerßdem neu: Das Naturerlebnisgelände

Das Naturerlebnisgelände am Tiergarten Schloss Raesfeld lädt auf einem 5.000 m² großen Areal mit Kletter- und Balancierpfaden, Niedrigseilgarten, Zapfenweitwurfanlage, Astbaustelle und vielem mehr zum Spielen in der Natur und mit der Natur ein. In einer immer lauter werdenden Umwelt ist dieses natürliche Spielparadies wie geschaffen für das gemeinsame Spiel von Eltern und Kinder.

Hauptdarsteller auf dem Naturerlebnisgelände sind natürlich die Kinder. Vor allem der Niedrigseilgarten findet bei ihnen großen Anklang. „Ich finde das große Seil am besten. Da kann man sich dranhängen und hin und her schwingen“, sagt die 5-jährige Greta. Ihr großer Bruder ist an der Astbaustelle schwer beschäftigt und zieht einen langen Ast an einen Baum heran: „Wir bauen jetzt einen Unterstand für die Waldtiere. Es regnet ja auch mal…“

Spielspaß ist hier garantiert!

Willkommen im Portal der Gartenkultur in Westfalen-Lippe!

Diese Seite bietet Ihnen umfangreiche Informationen zu Gärten und Parks in Westfalen. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt an Anlagen in der Region, von den Gärten an mittelalterlichen Klosteranlagen über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Erfahren Sie hier mehr über die 120 Gärten und Parks – von der Geschichte der Anlagen über die oftmals im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen bis zu ihrer heutigen Nutzung.