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Schlosspark Gemen in Borken

Fast unverändert ist die Wasserburg, die Heinrich III. von Gemen zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaute. Umgeben wird sie von einer Landschaft, zu der auch drei kleine Wäldchen mit einladenden Spazierwegen und fantasievollen Namen Storchennest, Kruse Büskens sowie Sophienwäldchen gehören. Heute sind die Waldstücke als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Seit 1946 ist die gut erhaltene Burg als Jugendbildungsstätte an das Bistum Münster verpachtet.

Erstmals erwähnt wurde der Standort, der rund zwei Kilometer nördlich von Borken liegt, im Jahr 962 als Haupthof Gamin. Es handelte sich um einen bäuerlichen Betrieb des Damenstifts Vreden.

Die Burg existierte spätestens seit 1280. Westlich und nördlich des Wassergrabens lagen Gemüse- und Kräutergärten, aus denen sich die Burgbewohner mit frischen Lebensmitteln versorgten. Als die Grafen von Holstein-Schaumburg zwischen 1492 und 1635 Besitzer der Burg Gemen waren, wurde auch die Aa-Insel gärtnerisch genutzt. Kurze Zeit später entstand ein Krautgarten und ein Hofgarten, der inzwischen teilweise bebaut ist.

Im Jahr 1680 wurde eine Brücke gebaut, die den Schlossgarten in die Landschaft erweiterte, wie es für die Barockzeit typisch war. Folglich wurde auch die Umgebung planmäßig überarbeitet: Wichtigstes Element war die doppelreihige Sternbusch-Allee, die noch heute von der Burg rund drei Kilometer nach Norden verläuft. Dazu kamen der Kleine Sternbusch – eine Art Baumgarten – mit einem achteckigen Pavillon im Zentrum und der Große Sternbusch als forstwirtschaftlicher Jagdpark. In der Nähe befanden sich noch ein Boskettgarten und eine südlich angepflanzte Kastanienallee. Diese ist inzwischen auch von anderen Bäumen durchsetzt.

Ab 1822 übernahm Ignatz von Landsberg-Velen das Wasserschloss Gemen und gestaltete den Park nach Ideen aus England, die die wirtschaftliche Nutzung in den Mittelpunkt rückten, aber ästhetische Gesichtspunkte nicht außer acht ließ. Ein Plan von 1825 zeigt einen Teich in der Hauptachse des Krautgartens, zudem sind zwei weitere Fischteiche zu erkennen, die symmetrisch entlang der Sternbusch-Allee angelegt sind.

Im Schlosspark wachsen vor allem Eichen, die malerische Baumgruppen bilden oder sich als prächtige Einzelbäume präsentieren. So zeigt eine preußische Aufnahme von 1842 runde Baumpflanzungen nahe der Allee und auch Jagdsterne im Großen Sternbusch. Etwa zu dieser Zeit wird die Kopflindenallee auf dem Damm um die Burg angelegt, die auch heute noch idyllische An- und Ausblicke bietet. Später wird auch die Landschaft aus forstwirtschaftlichen und ästhetischen Gründen mit ausländischen Bäumen bepflanzt.

Aus dem Krautgarten wurde um 1900 ein Blumengarten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst große Teile der Wälder für Reparationsleistungen abgeholzt und nach und nach durch verschiedene Nadelbäume ersetzt. Auch die beiden Fischteiche an der Allee sind verfüllt worden – dafür entstand auf der Hagenwiese ein neuer, großer Fischteich. Zuletzt wurden 1970 die ehemaligen Obst- und Gemüsegärten mit Sportplätzen für die Jugendbildungsstätte ausgestattet.

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