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Promenade in Münster

Die Promenade, die sich wie ein Ring um Münster legt, hat eine lange Geschichte. Versehen mit einer Allee und vielen Zeugnissen der historischen Entwicklung von Stadt und ihrer Befestigung, ist die Promenade Erholungsgebiet und Freiluftmuseum zugleich. Ein Gang auf der Promenade – ob im Alltag oder mit viel Zeit für die historischen Überbleibsel und die liebevolle Pflege – lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Die mittelalterliche Stadt Münster war seit dem 13. Jahrhundert durch ein starkes Befestigungssystem von fast fünf Kilometern gesichert. Kurz nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges  im Jahr 1763 begann die Beseitigung der mächtigen Festungsbauwerke. Auf dem äußeren Ring mit Wall und Graben sollte eine öffentliche Promenade entstehen und nach Plänen des berühmten Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun mit der Anpflanzung einer vierreihigen, geschlossenen Lindenallee auf den Wällen einen grünen Ring um die Stadt bilden.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte der schrittweise Ausbau der Promenade. Landschaftlich gestaltete Abschnitte, die Anlage eines Wasserfalls und die Ausstattung mit Denkmälern entsprachen dem Zeitgeschmack und steigerten die Attraktivität für die Bürger der Stadt, um dort zu flanieren und zu spazieren. Nach erheblichen Kriegsschäden begann man 1948, die enormen Schuttmengen abzuräumen und mit der vereinfachten Wiederherstellung der Promenade. Zwischen 1986 und 1990 erfolgte dann ihre umfassende Erneuerung mit dem Ziel, die historische Anlage in ihrer Substanz zu erhalten und eine ökologisch wertvolle Grünanlage zu schaffen. Um den historischen Charakter zu bewahren, wurden Nachbildungen von Bänken und Laternen angefertigt, die schon zur Jahrhundertwende aufgestellt waren.

Einige Teilabschnitte der Promenade sind besonders hervorzuheben – sie sind wie ein Fenster in die Vergangenheit – und zum Beispiel auch die Engelenschanze, die im 18. Jahrhundert eine vollständig von Wassergräben umgebene Schanzanlage war. Aus dieser Zeit stammt noch eine mächtige alte Blutbuche.

Ein Tipp ist auch der Kanonenberg, von wo man einen schönen Ausblick auf den Aasee hat. Ebenso kann man von dort einen Blick auf das Panorama der Stadt mit ihren vielgestaltigen Kirchtürmen werfen. Geht man weiter, kommt man über die Gerichtsstraße zur Südseite des Schlossplatzes und weiter über die Promenadenallee zum Schloss. In Höhe der beiden ehemaligen barocken Wachhäuser hat die Promenade eine auffällige Lücke. Seit der Anpflanzung der Alleen sollte der Blick von der Stadt auf das Schloss frei bleiben.

Am ehemaligen Neutor wurden anstelle des mittelalterlichen Stadttores 1778 zwei klassizistische Torhäuser errichtet. Der Promenadenweg führt weiter in östlicher Richtung, vorbei an einer alten Linde aus der ersten Generation der Promenadenbäume zum sogenannten Wasserbären. Das originelle Bauwerk diente mit seinem kleinen Turm und der niedrigen Mauer als Stauvorrichtung zur Regelung des Wasserstandes im Graben der äußeren Stadtbefestigung.
Die Kreuzschanze ist das einzige Befestigungswerk, das im vollen Umfang erhalten blieb. Zwei kleinere Teiche sind noch als Reste des äußeren Wassergrabens erkennbar. Deutlich heben sich zwei Hügel aus dem Gelände hervor, auf denen ursprünglich Kanonen aufgestellt waren. Die gärtnerische Gestaltung der Kreuzschanze wurde im späten 19. Jahrhundert vorgenommen. Aus dieser Zeit stammen mehrere alte Solitärbäume wie Platanen, Buchen, verschiedene Kastanien und ein alter Trompetenbaum.
Weiter führt der Weg zum Buddenturm, der, um 1150 erbaut, der einzig erhaltene Stadtturm des inneren Befestigungsringes ist. Die an den Turm angelehnte Eisenskulptur symbolisiert die alte Stadtmauer und ist exakt so breit wie die abgebrochene historische Stadtmauer.

Ein Spaziergang auf der Promenade lohnt sich also immer.

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