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Loismanns Garten in Ibbenbüren

Nur einige hundert Meter vom Südhang des Teutoburger Waldes entfernt, findet sich in der Nähe der Bauernschaft Dörenthe ein sehenswertes Zeugnis historischer Gartenkultur. Vor mehr als 100 Jahren wurde der Botanische Garten Loismann vom gleichnamigen Landwirt angelegt. Ausschlaggebend war seine Sammelleidenschaft für exotische Gehölze und Kletterpflanzen. Die etwas versteckte Anlage liegt unmittelbar am Dortmund-Ems-Kanal südlich der Landstraße nach Riesenbeck.

Bis heute wird das Bild des Botanischen Gartens vor allem von zahlreichen hochgewachsenen, immergrünen Koniferen bestimmt. Der private Garten inmitten ländlicher Idylle wird von Botanikern und Dendrologen gerne besucht. Vom kleinen Parkplatz unmittelbar am Zugang wird der Garten nach einem kurzen Anstieg durch einen bequemen Umgangsweg erschlossen. Zahlreiche Ruhebänke ermöglichen den erholsamen Aufenthalt zum Kennenlernen und Studieren der verschiedenen Pflanzen aus unterschiedlichen Vegetationszonen.

Die Geschichte des Botanischen Gartens begann mit dem Bau des Dortmund -Ems-Kanals in den Jahren 1894-95. Der Aushub des Kanals wurde unmittelbar am Hofe Loismann als Halde aufgeschüttet. Zunächst wusste der Hofbesitzer nicht, was er mit der Halde anfangen konnte. Eines Tages kam er auf die Idee, das Gelände mit ausgewählten Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. 1898 setzte er die ersten Obstbäume. Auf der mehr als ein Hektar großen Fläche entwickelte sich dann im Laufe des frühen 20. Jahrhunderts durch die weitere Pflanzung von zahlreichen einheimischen und exotischen Gehölzen der Botanische Garten. Bauer Loismann scheute keine Mühe und Kosten für die Entwicklung seines eigenen Botanischen Gartens. Beispielsweise ließ er zur besseren Wasserversorgung der Anlage eine fast 1,5 Kilometer lange Wasserleitung vom Teutoburger Wald bis zu seinem Hof verlegen.
Wie für die systematische Pflanzensammlung eines Botanischen Gartens üblich, brachte er an den verschiedenen Gehölzen die lateinischen Namen an und beschrieb kurz die Herkunft und Besonderheiten der jeweiligen Pflanzen. Seine Leidenschaft galt den verschiedenen Nadelgehölzen besonders aus Nordamerika sowie dem damals noch seltenen Gingkobaum. Neben zahllosen Blumen, Sträuchern und Bäumen aus vielen Ländern der nördlichen und südlichen Hemisphäre zog er auch giftige und ungiftige Arzneipflanzen mühsam auf.

Es ist überliefert, dass im Februar 1929 durch den strengen Forst eine amerikanische Kiefer, die bis dahin die einzige Kiefer dieser Art in Deutschland war, einging. Ohne lange zu zögern, bestellte Loismann in Kalifornien einen neuen Zapfen, um im Hausgarten unter Glas neue Kiefern zu kultivieren, bis sie im Botanischen Garten ausgepflanzt wurden. Auch wird von einer sogenannten „Negerhütte“ berichtet, die zur Ausstattung des Gartens gehörte. Vermutlich handelte es sich dabei um eine einfache, mit Stroh gedeckte Gartenlaube, die sich nicht erhalten hat. 
Bis heute wird der Botanische Garten Loismann von Mitgliedern der Familie gepflegt und ist somit eine der wenigen erhaltenen privaten historischen Grünanlagen in der Region.
 

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