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Haus Welbergen in Ochtrup

Haus Welbergen, ein Kleinod im nördlichen Münsterland, ist mit seinen Gartenanlagen besonders zur Stauden- und Rosenblüte während der Sommermonate ein reizvolles Besucherziel. Ein Spaziergang entlang der ausgedehnten, das Haus und den Garten durchziehenden Wassergräben, sogenannten Gräften, ist besonders empfehlenswert.

Die siebenhundertjährige Geschichte von Haus Welbergen spiegelt sich in den Bauwerken und den historischen Garten- und Landschaftsgestaltungen des alten Herrensitzes wider. Zu den ältesten Pflanzen gehören heute ein alter Buchsbaum und ein auffällig beschnittener Eschenahorn im Bereich der Marienkapelle. Für die Wasserburg und die dazugehörigen Ländereien war es ein Glücksfall, dass 1929 das niederländische Ehepaar Jan und Bertha Jordaan-van Heek die Anlage erwarb.

Die gut gepflegten Gartenanlagen auf der Vorburginsel, die sich teilweise in die Renaissance datieren lassen, sind heute für die meisten Besucher das attraktivste Ausflugsziel und Start eines Wegesystems durch unterschiedliche Gartenbereiche. Anstelle der einst mitten auf dem Hof stehenden Wirtschaftsbauten und zwei unmittelbar an die Nordmauer angebauten Gebäude hat die Bertha Jordaan-van Heek-Stiftung ab 1962 einen geometrischen Garten angelegt, der historischen Vorbildern nachempfunden ist. Ein gestalterisch an die Formen der Renaissance angelehnter Brunnen strahlt eine meditative Ruhe aus.

Ein besonderer Charme wird dem Garten durch Relikte vergangener Zeiten verliehen. So markieren Torpfeiler aus dem Jahre 1730 noch heute Zugänge zu verschiedenen Gartenbereichen, zum Beispiel einer ehemals barocken, intensiv genutzten Garteninsel, die heute lediglich als Obstwiese dient. Wahrscheinlich gehören die als Naturdenkmale unter Schutz gestellten Bäume, zu denen eine mächtige Platane, eine große Eibe und eine knorrige Esskastanie gehören, noch zur Bepflanzung des ursprünglichen Gartens. Bis heute hat sich von der historischen Gestaltung zudem ein kleiner, als zentraler Blickpunkt errichteter Pavillon erhalten.

Anhand von historischen Dokumenten kann die Bepflanzung des Gartens nachvollzogen werden. Belegt ist beispielsweise eine Pflanzenrechnung aus dem Jahre 1740, die eine Lieferung von Tulpen- und Hyazinthenzwiebeln sowie Tabakpflanzen aus dem holländischen Haarlem auflistet. Zudem werden in einem 1871 verfassten Brief mehrere Pomeranzen, sprich Orangenbäume, erwähnt. Wo die anspruchsvoll zu kultivierenden Pomeranzen aufgestellt waren und wie man sie überwintern ließ, ist bisher nicht bekannt.

Zwei weitere Torpfeiler markieren den Eingang zu einem landschaftlich gestalteten Bereich, der noch heute von der einstigen Pracht zeugt. Vorbei am Kornspeicher verläuft der Weg  zwischen der Hausgräfte und dem Gauxbach durch eine Anlage mit schönen Solitärgehölzen und zahlreichen alten Rhododendren, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert gepflanzt wurden. Dieser Bereich gehörte einst zum vorgelagerten Wall der stark befestigten Wasserburg. Vermutlich wurde der Wall mit dem barocken Ausbau des Herrensitzes durch Franz Caspar Cajetan Bucholtz eingeebnet und im Laufe der Zeit mit verschiedenen Gehölzen bepflanzt. Beim Spaziergang im anschließenden Waldbereich mit seinen gepflegten Wegen können aufmerksame Besucher noch zahlreiche Einzelheiten der historisch gewachsenen Kulturlandschaft entdecken, beispielsweise eine alte Hecke aus durchgewachsenen Hainbuchen, die eine große rechteckige Fläche an drei Seiten umgrenzt.

Haus Welbergen hat als stimmungsvoller Ort für internationale Tagungen und Begegnungen einen weit über Westfalen hinaus reichenden Ruf und wird auch von Besuchern aus den benachbarten Niederlanden geschätzt. Den lohnenden Spaziergang durch die Außenanlagen können Besucher mit einer Einkehr in das Gasthaus Alte Poststation verbinden. Das Gebäude stand ursprünglich in der Nähe des Dorfes Welbergen und wurde erst 1966 an den heutigen Standort an die Straße versetzt, die in ihrem Verlauf dem ehemaligen Postweg von Münster über Gronau ins niederländische Zwolle folgt.

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