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Gärten an der Schlossanlage Harkotten in Sassenberg-Füchtorf


Den Standort einer alten Wasserburg teilen sich Haus Ketteler und Haus Korff in der Nähe von Füchtorf. Zusammen bilden sie die Schlossanlage Harkotten. Einst hatte Ritter Heinrich II. von Korff an dieser Stelle eine strategisch wichtige Grenzburg errichtet, denn Harkotten liegt an der Grenze des Münsterlandes zu Niedersachsen. Die Söhne des Ritters von Korff teilten 1324 das Erbe untereinander auf und später ging das östliche Herrenhaus durch eine Heirat an die Familie von Ketteler. Seit den 1990er Jahren hat die Agentur Sieger-Design ihren Firmensitz im Haus Ketteler. Haus Korff wird noch heute von Nachfahren des Burggründers bewohnt.

Beide Herrenhäuser sind umgeben von gepflegten Gärten mit unterschiedlichem Charakter. Die Umgebung des Hauses Ketteler überplante in den 1990er Jahren der belgische Gartenarchitekt Jacques Wirtz. Er gestaltete die Hauptzufahrt und den Garten nach einem barocken Grundmuster. Den überarbeiteten Garten gliedern Hecken aus niedrigem Buchs und etwas höheren Eiben. Entlang der Schlosszufahrt finden sich in Pyramidenform geschnittene Eiben und bunte Rosenbeete. Dieser gesäumte Kiesweg endet am Schlossvorplatz, den mehrere Kunstobjekte dekorieren.

Außerhalb der nicht zugänglichen Schlossanlage lassen sich noch viele Reste der kunstvollen Gestaltung der Landschaft im 18. Jahrhundert entdecken, so dass ein Spaziergang lohnenswert ist. Auf einem Rundweg, der zunächst nach Osten führt, begegnen Besucher am Forsthaus einer Figur aus der griechischen Mythologie. Dort steht eine über vier Meter große Sandsteinskulptur des Atlas mit der Weltkugel. Sie stammt aus dem Jahr 1729 und gehört zu den größten barocken Parkskulpturen in Westfalen-Lippe. Zwischen Haus Ketteler und der mächtigen Figur sollte einst eine Allee und ein Kanal entstehen. Ob diese Pläne tatsächlich umgesetzt wurden, lässt sich heute nicht mehr erkennen.

Der weitere Weg vom Forsthaus zum Schloss verläuft im Wald auf der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort treffen Besucher auf ein kleines Waldstück, das als Einsiedelei mit Schlängelwegen gestaltet war. Damit sich Besucher einsam und abgeschieden fühlen konnten, hat es vermutlich auch eine Hütte oder Höhle gegeben.

Als weiteres Element der sentimentalen Phase der Gartenkunst gilt eine Urne aus Sandstein. Von ihrem Standort öffnet sich der Blick über Wiesen und Weiden bis zum Doppelschloss Harkotten. Ein historischer wie romantischer Schlängelweg auf dem Damm eines Abzweigs von der Brever führt zu einem kleinen, heute verwilderten Park. Noch zu erkennen sind die Reste einer Säule auf einem kleinen Hügel.

Von seinem Gipfel können Besucher einen Blick in den Hausgarten von Haus Ketteler erhaschen. Ursprünglich führte eine Gräfte – der westfälische Ausdruck für einen Wassergraben – direkt am Herrenhaus vorbei. Nach außen wird der Garten noch immer von der Hausgräfte begrenzt und zusätzlich durch Hecken aus immergrünen Lebensbäumen und Spalieren mit Silberlinden abgeschirmt. Kieswege gliedern die Grünanlage. Im Zentrum ihrer Kreuzung steht ein Brunnen mit der Vase „Zazou“ als Figur, den Dieter und Michael Sieger entworfen haben. Seit 1998 stattet der Hausherr Dieter Sieger auch einen Skulpturengarten mit Werken befreundeter Künstler und Designer aus. Selbst den italienischen Architekten und Designkünstler Ettore Sottass konnte er nach Schloss Harkotten locken: Sottass entwarf im Garten einen Meditationspavillon, durch dessen Dach eine Trauerweide wächst.

Im rechten Winkel zum Haus Ketteler wurde 1805 Haus Korff, das zweite Herrenhaus der Doppelschlossanlage, im klassizistischen Stil neu erbaut. Der Baumeister Adolf von Vagedas ist auch für den Vorplatz mit ausladender Rasenfläche, Strauchgruppen und einem runden Teich verantwortlich. Der Platz wurde bis heute nicht wesentlich verändert. Die sparsame Bepflanzung mit Koniferen unterstreicht die zurückhaltende Gestaltung der klassizistischen Villa. Südlich ist anstelle eines Hausgartens eine großzügige Rabatte mit kleinen Gehölzen, Stauden und Blumen angelegt.
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