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Freizeitpark am Haus Pröbsting in Borken-Hoxfeld

Als ältester profaner Ziegelbau im Münsterland gilt Haus Pröbsting, das 1345 erbaut wurde und heute im Borkener Stadtteil Hoxfeld zu finden ist. In der Umgebung des Herrenhauses wurde in den 1970er-Jahren ein Freizeitpark geplant, um Erholung, Wassersport und Camping zu ermöglichen. Dafür entstanden zwei Seen: Der zehn Hektar große Stausee ist Rückhaltebecken und gleichzeitig zum Segeln, Rudern und Surfen freigegeben. Sein nördliches Ufer und eine Insel sind dem Naturschutz gewidmet. Zum Schwimmen und Planschen ist der kleinere Grundwassersee vorgesehen, an den ein Campingplatz grenzt. Besucher, die in der Sonne baden wollen, können sich zwischen den Seen entscheiden – beide haben Liegewiesen sowie mit Rosen und Sträuchern geschmückte Flächen an ihren Ufern.

Wanderwege von insgesamt elf Kilometer Länge führen um die Seen und durch den Pröbstinger Busch, ein nahe gelegenes Waldstück. Dort wächst noch die Mispel, ein heimischer Obstbaum aus früheren Zeiten. Eröffnet wurde der 280 Hektar große Freizeitpark 1979. In den folgenden Jahren kamen ein Freizeithaus mit Gastronomie, Mehrzweckhalle und Kaminzimmer hinzu. Der Park wird ergänzt durch eine Minigolfanlage, einen Spielplatz, einen Sportplatz, einen Bootsverleih und ein Reitsportzentrum.

Den jungen Park mit seinen vielfältigen Freizeitmöglichkeiten überragt das Haus Pröbsting, das auf eine jahrhundertealte Geschichte mit vielen Besitzerwechseln blickt. Der Name leitet sich von Propst ab, weil es sich ursprünglich um ein Propsteigut des Stifts Vreden handelte. Bereits 1221 wird Haus Pröbsting urkundlich erwähnt, als ein Propst und Ritter das Gut bewohnte. Im Jahr 1345 erhielt Goswin von Gemen die Erlaubnis, das Haus zu befestigen. Einige Teile dieses mittelalterlichen Baus, etwa das bis zu zwei Meter dicke Mauerwerk, sind noch im Süden des heutigen Herrenhauses zu erkennen. Damals hatte das Gebäude einen kleinen und großen Saal auf zwei Etagen und war unterkellert.

Im 15. und 16. Jahrhundert verdoppelten die von Gemens die Gräften zum besseren Schutz der Anlage. So lag Haus Pröbsting auf einer eigenen Insel, getrennt von der Vorburg mit ihrem Torbau. Um 1550 wurde Adolf von Wilich neuer Besitzer und seine Nachkommen erweiterten das Herrenhaus auf nahezu die heutige Größe. Die Vorburg wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erweitert und das Haus erhielt einen kleinen Glockenturm – Anlass war vermutlich die Hochzeit von Dietrich von Wilich mit Ermgard von Tengnagel. Anschließend wechselten die Besitzer von Haus Pröbsting recht häufig, bis Anfang des 19. Jahrhunderts der königliche Landrat Karl Georg von Basse das Anwesen übernahm.

Unter von Wilich und von Basse wurden die zugehörigen Gärten stark verändert, wie ein um 1700 entstandenes Gemälde belegt. Darauf zu sehen sind ausgedehnte formale Gärten: Parterres auf zwei Inseln südlich des Hauses, im Westen ein kleines einfaches und ein größeres Parterre mit Mittelrondell und Gartenhäuschen. Dort schloss ein Bosquet an. Von diesen Anlagen ist heute nicht mehr viel zu erkennen – lediglich die Form des Parkplatzes zeichnet die historischen Linien der Parterres nach.

Die Umgestaltung zum Landschaftspark erfolgte unter dem neuen Besitzer von Basse. Aus dieser Zeit sind einzelne Bäume erhalten und die geschlängelten Wege lassen sich stellenweise noch erkennen. Im Garten wurden Ende des 19. Jahrhunderts viele Nadelbäume gepflanzt, wie es für die Zeit typisch war. Später kamen ein Kraut- und Sandgarten hinzu, in dem Blumen und Obstbäume wuchsen.

Als die Barmherzigen Brüder von Montabaur 1930 im Haus Pröbsting eine Pflegeanstalt für Epileptiker einrichteten, wurde es mit der Vorburg baulich verändert. Im Dritten Reich wurden die Brüder enteignet. Schließlich kaufte der Kreis Borken 1963 das Anwesen mit dem Ziel, es als Gemeinschaftseinrichtung in einer Freizeitanlage zu nutzen. Jedoch reichte das Geld nicht für die Instandhaltung, sodass 1974 ein Teil des Haupthauses zusammenbrach. Der weitere Verfall wurde erst 1986 durch den Unternehmer Herbert Hillebrand aufgehalten, der das Gebäude restaurieren ließ. Nach einem erneuten Umbau wurde 1998 die Schlossklinik Pröbsting eröffnet.

Um das historische Haus Pröbsting rankt sich eine Geistergeschichte aus den 1870er-Jahren von einer weißen Dame, die um Mitternacht mit ihrem Sonnenschirm umherwandert.

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