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Emsseepark und Promenade in Warendorf

Unmittelbar an der Ems und nördlich der Warendorfer Altstadt gelegen, erstreckt sich der Emsseepark über etwa 25 Hektar entlang des Flusstales. Ausgebaut wurde der Emssee in den 1970er Jahren. Am östlichen Ende des Sees dient der von einer Brücke überspannte Damm als Überlaufschwelle, in die das Hochwasser des Flusses abgeleitet wird. Insgesamt hat der See eine Wasserfläche von mehr als sieben Hektar. Der Park umfasst den Lohwall, den alten Park des Sophienstiftes, den alten Park der Fabrikantenfamilie Brinkhaus und die Uferbereiche links und rechts der Ems.
Im Bereich des Lohwalls lagen einst die mächtigen Befestigungsanlagen des Emstores. Der Fluss bildete mit seinem Lauf und dem daraus abgezweigten Wassergrabensystem die nördliche Begrenzung der Warendorfer Altstadt. Die gärtnerische Gestaltung des Lohwalls erfolgte als Arbeitsmaßnahme in der NS-Zeit im Jahre 1936. Heute ist die teilweise umgestaltete Schmuckanlage mit dem Fontänenbrunnen ein wichtiges gestalterisches Bindeglied zwischen den zahlreichen Autostellplätzen am Emsufer und der Warendorfer Altstadt.
Nach dem Überqueren der Brücke über die Alte Ems kommt man in einen Park mit mächtigen Platanen, Eichen und Blutbuchen. Sie gehörten einst zum Villengarten des Fabrikantenehepaars Sophia und Eduard Wiemann. Das Paar ließ 1870 unmittelbar an der Straße eine prachtvoll ausgestattete spätklassizistische Villa errichten, zu der 1898 im Garten noch ein Mausoleum als Begräbnisstätte der Eheleute hinzugefügt wurde. In der später von den Clemensschwestern als Seniorenheim genutzten Anlage, dem Sophienstift, wurden 1974 trotz vehementer Proteste aus der Bevölkerung alle Bauten abgerissen. Erhalten blieb der alte Villengarten, der zur öffentlichen Grünanlage umgestaltet und erweitert wurde. Anstelle des Mausoleums erinnert heute ein Findling mit einer Bronzeplakette an die Erbauer der Villa mit ihrem wertvollen Park.
Der Emsseepark ist im nordöstlichen Bereich weitgehend naturnah gestaltet und hauptsächlich mit heimischen, standortgerechten Gehölzen und Stauden bepflanzt. Der sich anschließende Bereich zeichnet sich durch ausgedehnte Blumenwiesen aus, die ohne großen Aufwand gepflegt werden. Durch die zurückhaltenden Eingriffe wird im Zusammenspiel mit den Teichen und Tümpeln die natürliche Artenvielfalt der Flora und Fauna gefördert.
Der südliche Park ist gärtnerisch intensiver gestaltet und durch ausgewählte Gehölzpflanzungen bestimmt. Die mit Laub- und Nadelgehölzen unterschiedlich angelegten Pflanzungen werden immer wieder durch Rhododendrongruppen und abwechslungsreich gestaltete Zierpflanzenbeete mit Rosen, Stauden und Sommerblumen ergänzt. Nicht weit vom Freibad entfernt weist eine Markierung auf den achten Längengrad der Erde hin, der mitten durch den Park verläuft. Weiter nach Westen zur Altstadt hin, wurde der alte Villenpark des bekannten Warendorfer Textilherstellers Brinkhaus in die Gestaltung der Emsseeanlagen einbezogen.
Möchte man auf historischen Spuren wandeln, so bietet sich die Warendorfer Promenade an.
Die Promenade folgt dem Verlauf der im 13. Jahrhundert errichteten Stadtbefestigung mit dem Emstor im Norden, dem Osttor, dem Freckenhorster Tor im Süden und dem Münster Tor im Westen. Mit der Umwandlung der Wallanlagen zur Promenade wurde unter Bürgermeister Schnösenberg (1816-1827) mit der Pflanzung einer Lindenallee begonnen und diese im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts vervollständigt.
Am Franziskanerkloster beginnt der eindrucksvollste Abschnitt der Promenade. Sie zieht sich entlang des Bentheimer Turms und der hohen Mauern des Klostergartens. Die Promenade führt dann am Osttor vorbei und rahmt den Fußgängerweg an der verkehrsreichen Bundesstraße 64 bis zum Freckenhorster Tor ein. Hinter dem Tor zweigt sie dann in die ruhigere Seitenstraße Am Stadtgraben ab. Nach wenigen 100 Metern kommt man dann zum Münstertor mit dem Turm der Marienkirche im Hintergrund. Der breite Wassergraben vor dem Münstertor wurde im Laufe der Zeit zugeschüttet und zur Grünanlage umgestaltet. Die Lindenallee führt dann durch die Emspromenade bis zur Ems, die die Altstadt nach Norden hin abschließt.

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