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Burg Vischering und Burg Lüdinghausen in Lüdinghausen

Die heute als Münsterlandmuseum und Kulturzentrum genutzte Burg Vischering ist ein lebendiges Denkmal für die Baukunst des Mittelalters.
Besonders empfehlenswert ist ein Gang auf dem Ringwall zwischen Innen- und Außengräfte und um die Außengräfte herum. Hier ergeben sich wunderschöne Blicke auf die Burg und in die Landschaft. Auf dem zweiten Rundweg entlang der Außengräfte wird man fast durchgehend von bizarr geformten Hainbuchen begleitet. An vielen Stellen lassen mächtige Bäume eine romantische Stimmung in dieser Burgenlandschaft entstehen.
Spätestens 1271 wurde die Burg auf einer Sandbank in der Steveraue errichtet. Kurz darauf sorgte eine erste Mühle für Betriebsamkeit und bestimmt den Alltag der Bewohner. Das Wasser rauscht auch heute noch über das Mühlenwehr aus dem Stau die Vischering-Stever. Über mehrere Brücken und durch Tore gelangt man in die Vorburg, vorbei an historischen Gebäuden und Wallköpfen mit den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, die heute das Museum und ein Café beherbergen. Die Hauptburg, umgeben von mehreren Gräben, ist fast ringförmig und ein beliebtes Motiv für Postkarten und Fotos.
Anfang des 16. Jahrhunderts brannte die Burg nieder, wurde aber von den Droste zu Vischering wenig später auf den alten Mauern wieder aufgebaut. Wie auch bei der benachbarten Burg Lüdinghausen setzte sich beim Wiederaufbau der aktuelle Stil der Renaissance durch. An einer Stelle wurden kurioserweise Kanonenkugeln in die Wand eingebaut, die auch heute noch zu erkennen sind. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden erstmals ein großer Garten und ein Kräutergarten erwähnt. Ebenso wie an der Burg Lüdinghausen handelte es sich dabei nicht um repräsentative Parkanlagen, sondern um Nutzgärten mit Gemüse und Obst für die tägliche Versorgung der Burgen.
In den 1920er-Jahren und im Zweiten Weltkrieg erlitt die Burg Schäden, die ab 1948 behoben wurden. Die Mühle wurde allerdings nicht neu aufgebaut. Die Maßnahmen wurden vom damaligen Kreis Lüdinghausen unterstützt, der die Burg ab 1972 renovierte und für 30 Jahre pachtete. Noch im selben Jahr wurde hier das Münsterlandmuseum eröffnet und die Außenanlagen neu gestaltet.

Von Burg Vischering führt der sogenannte Kapitelweg, begleitet von Büsten kirchlicher Würdenträger, nach Süden zur Burg Lüdinghausen, die die erste Burg im gleichnamigen Ort ist. Links und rechts liegen Wiesen und Weiden, westlich der Vischering-Stever das Antoniuskloster.
Ein festes Haus wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, aber Vorgänger gab es vermutlich schon weitaus früher, ebenso wie die Ritter von Lüdinghausen. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Anlage erweitert. Spätestens 1406 wurde hier eine Mühle gebaut, deren Nachfolger von 1711 noch heute steht. Auch diese Burg wurde nach einem Brand im Stil der Renaissance neu errichtet. Der Südflügel ist noch immer annähernd in seiner ursprünglichen Form erhalten.
Die Gartenanlagen gibt es seit Anfang des 17. Jahrhunderts. Diese Nutzgärten nehmen ausgedehnte Flächen ein, unter anderem den heute noch erhaltenen Bereich der Wallgärten, aber auch zahlreiche Flächen von dort bis zur Burg und weiter im Osten. Einige haben romantische Namen wie Nachtigallgarten oder Schiffgarten. Auffällig sind zwei Gartenbauten – zum einen als runder Turm zu identifizieren, bei dem anderen rechteckigen Gebäude handelt es sich wahrscheinlich um ein Gartenhaus oder eine Orangerie. 1788 scheinen die Burggärten fast so ausgesehen zu haben, wie heute noch. Teilweise stehen am Wegesrand noch alte Linden oder Kastanien. Manche der privaten Wallgärten sind gärtnerisch liebevoll gestaltet. Viele sind von hohen, alten Hecken umgeben, wie schon im 18. Jahrhundert, obwohl es seither einige Besitzerwechsel gab.

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