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Grünanlagen Aasee in Bocholt

Der kleine Fluss Aa entspringt im westlichen Münsterland und schlängelt sich durch Bocholt. Nicht weit vom Stadtzentrum bildet der Fluss mit dem künstlich angelegten Aasee ein Naherholungsgebiet für Sport und Entspannung. Die Wege entlang der Ufer laden zum Radfahren und Spazieren ein. Dabei zieht die im Wasser stehende Bronzestatue „Jonas entspringt dem Walfisch“ die Blicke auf sich. Das 6,5 Meter hohe Werk hat der Bildhauer Max Kratz für das ehemalige Waldbad angefertigt. Wasserratten und Sonnenanbeter sind dagegen in der Badebucht mit Sandstrand richtig. Selbst mit dem Tretboot kann der Aasee entdeckt werden und von Bord aus lässt sich die Aussicht auf die grünen Ufer mit dem bunten Treiben genießen.

Für Besucher, die lieber festen Boden unter den Füßen haben, führt eine Brücke auf eine grüne Seeinsel. Dort steht ein chinesischer Pavillon, der ein Geschenk der Stadt Wuxi im Reich der Mitte ist. Eine zweite, kleinere Insel im Aasee kann nicht betreten werden, so dass ein wildes Paradies für Pflanzen und Tiere entstanden ist.

Nicht immer konnte sich die Natur an den Ufern der Aa ungestört entfalten, denn der rund 50 Kilometer lange Fluss spielte eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung der Stadt Bocholt. Im späten Mittelalter wurde die Aa aufgestaut, um eine Mühle anzutreiben. Erstmals erwähnt ist die Königsmühle 1366. Die reine Kornmühle stand vermutlich am südlichen Rand des heutigen Aasees. Sie wurde im 18. Jahrhundert neu erbaut und später mehrfach erweitert, denn die Mühle diente auch als Lohe- und Walkmühle und hat so zur Entwicklung der Textilindustrie in Bocholt beigetragen.

Außer für den Antrieb der Königsmühle wurde der Fluss auch genutzt, um das Abwasser zu beseitigen. Bis 1910 wurde die Stadt über Gräben entwässert, die in die Aa mündeten. Trotz Kanalisation und Kläranlage leiteten Färbereien und Gerbereien weiterhin schmutziges Wasser in den Fluss, während Webereien das Flusswasser für ihre Fertigungsprozesse einsetzten.

Die schlechte Wasserqualität der Aa beeinträchtigte auch die öffentliche Badeanstalt, die oberhalb der Königsmühle gelegen war. Deshalb wurde schon seit den 1930er-Jahren überlegt, einen Badesee ergänzend zum Fluss anzulegen. Der rund 30 Hektar große Aasee wurde schließlich in den 1970er-Jahren ausgebaggert, als der Niedergang der Textilindustrie einsetzte. Seitdem erfüllt das Gewässer verschiedene Funktionen: es ist Badesee, Naturreservat und Rückhaltebecken. Denn häufige Überschwemmungen durch die Aa hatten den Bocholtern immer wieder Probleme bereitet.

Der See wird aus Grundwasser gespeist und kann das Hochwasser der Aa aufnehmen, die am westlichen Ufer vorüberfließt. Nachdem viele Fabriken schließen mussten und keine direkte Verbindung zum Fluss mehr benötigten, konnte auch eine durchgängige Promenade gebaut werden. Inzwischen wird dieser Weg nachts kunstvoll erleuchtet.

Dennoch hat die Industrie bis heute sichtbare Spuren rund um die Aa hinterlassen: Die Freizeithalle ist eine ehemalige Webhalle einer Textilfirma und obwohl die Königsmühle 1982 größtenteils abgerissen wurde, sind die ältesten Mauern übriggeblieben und nun in eine Pergola integriert. Noch intensiver in die Geschichte der Textilindustrie können Besucher im nahe gelegenen LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt eintauchen. Ein Radwanderweg begleitet den kleinen Fluss vom Münsterland bis zu seiner Mündung in den Niederlanden.

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